Giuseppe Arcimboldo (1526–1593): Die Erde (Ausschnitt)

LIECHTENSTEIN/THE PRINCELY COLLECTIONS, VADUZ-VIENNA

Vom Leben der Natur

Bekannte Gesichter

Die Kunsthistorikerin Francesca Del Torre und der Ökologe Franz Essl sprechen über die Allegorie der Erde in der ikonographischen Gemäldeserie von Giuseppe Arcimboldo.

Wurzeln, Blätter, Blüten, Früchte- das sind die botanischen Ingredienzien der ikonographischen Portraits von den Jahreszeiten des Mailänder Malers Giuseppe Arcimboldo. Für die Allegorie der Erde, die er im Anschluss an die Jahreszeiten gemalt hat, stehen wiederum ausschließlich Tiere im Mittelpunkt.

Der lombardische Künstler ist in Mailand geboren, seine Wege führten ihn jedoch nach Norden: seine "Komposit-Bilder" entstanden in Wien und in Prag des 16. Jahrhunderts.
Er hat sich vom Winter bis zum Herbst malerisch kontinuierlich weiterentwickelt, was sich in der Bildgestaltung und in der Lichtsetzung ablesen lässt. Und die Allegorie der Erde ist ein Statement für die habsburgerischen Auftraggeber: Säugetiere müssen es sein und nicht etwa schillernde Insekten.

Die Natur in Giuseppe Arcimboldos Kunst ist ein Abbild der Realität, frei jeglicher illusionistischer Phantasie: ein Tribut an die Wissenschaft der damaligen Zeit. So sind die Gemälde auch eine Art Zeitdokument, wenn sich etwa im Portrait des Sommers bereits ein Maiskolben aus der Neuen Welt wiederfindet.

Service

Gesprächspartner:in:
Francesca Del Torre, Kuratorin im Kunsthistorischen Museum Wien
Kunsthistorisches Museum Wien

Univ.-Prof. Mag. Dr. Franz Essl
Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien

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