Wolfgang Amadeus Mozart

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Apropos Klassik

W. A. Mozart im Klang von 1956

Die DG-Jubiläumsedition zum 200. Geburtstag, neu gehört

Mozarts 200. Geburtstag im Jänner 1956 gab den Anstoß für die erste Salzburger Mozartwoche, aber auch für eine erste Mozart-LP-Edition, die "Jubiläumsedition" der Deutschen Grammophon Gesellschaft. So wie sich die (in originaler Bezeichnung) "Mozart-Gedenkfestwoche 1956" allerdings auf eine Handvoll Aufführungen beschränkte, weit entfernt vom Termin-Staccato 70 Jahre später, war auch die DGG-Mozart-Edition in ihrer Werkauswahl selektiv. Statt auf Quantität wurde auf Qualität gesetzt, was innerhalb des Gelblabel-Kosmos bedeutete: Wolfgang Schneiderhan und Carl Seemann, Clara Haskil und Ferenc Fricsay, Monique Haas und Eugen Jochum. Weit weniger erwartbar: der starke Akzent, der innerhalb der Kollektion auf die damaligen Vertreter der "historischen Aufführungspraxis" gesetzt wurde. So traten für Lieder und Ensembles von Wolfgang Amadeus Mozart mit der Sopranistin Margot Guilleaume und dem Tenor Helmut Krebs Stimmen an, die sonst mit "Alter Musik" assoziiert waren. Zum romantischen Konzertflügel wurde mit Klaviersolo und -duettaufnahmen am Hammerklavier eine anregende Alternative geboten. Auch der Salzburger Lokalmatador Bernhard Paumgartner, mit "seiner" Camerata Academica des Mozarteums, stand für ein quellenbewußtes, nicht primär instinktgesteuertes Musizieren. Und das Klangspektrum innerhalb der LP-Sammlung war breit gefächert: Bläserserenaden und Streichquartette finden sich angetippt, Bruno Hoffmann mit der Glasharmonika ist vertreten, das Requiem erklingt in einem Livemitschnitt aus dem Wiener Stephansdom.

Sendereihe

Gestaltung

  • Chris Tina Tengel