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Vom Leben der Natur
Vor dem großen Austrieb
Der Biologe Peter Prack spricht bei Eis und Schnee über die Blatt- und Blütenknospen an Bäumen und Sträuchern.
16. Februar 2026, 08:55
Wenn Peter Prack als Biologe in seinem großen Hausgarten spazieren geht, lenkt er seinen Blick immer wieder auf markierte Stellen an den Zweigen und Ästen der Büsche und Bäume. Er hat diese Stellen mit Bändern markiert, um die Knospen wiederzufinden, die er studieren möchte. Er untersucht die Stellung am Ast, die Geschwindigkeit und Art der Entwicklung und vor allem auch den Zeitpunkt, wann sich aus einer kleinen unscheinbaren Stelle die Blüten und Blätter entwickeln werden.
Esche, Haselnuss und Schneeball, Dirndl, Kastanie und Buche, Lärche und Ahorn - alle haben sie ihre ganz bestimmten Muster, wo die Knospen zu finden sind. Sie sind spitz oder rund, erzählen etwas von den zu erwartenden Blüten, sie entstehen an ganz bestimmten Stellen an Achseln oder Narben eines vorhergehenden Blattabwurfs. Wie sich die Blüten und Blätter entfalten, ist bereits vorgelegt; wenn es warm wird, werden die Zellen mit Zellsaft nur noch "aufgepumpt". Charakteristisch ist auch, wie das Höhenwachstum im Vergleich zum Wachstum in die Breite über die Stellung der Knospen gesteuert wird.
Obwohl die Knospen der heimischen Bäume Fröste gut überstehen können, stellen Spätfröste ein Risiko dar. Der Stoffwechsel wurde bereits für den Frühlingsmodus umgestellt - und das bedeutet, dass der Frostschutz nicht mehr gegeben ist. Dieser Frostschutz kann nur dann wirksam sein, wenn der "Winterschlafmodus" ohne hohen Stoffwechsel aktiv ist.
Gestaltung: Lothar Bodingbauer
Service
Gesprächspartner:
Mag. Peter Prack, Biologe in Kronstorf, OÖ
Knospenprojekt in der Zeitschrift Öko.L
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