Sound Art: Zeit-Ton

Ein Jahrhundert im Spiegel: Friedrich Cerha

Bekanntes und Unbekanntes vom großen Komponisten und Interpreten, der heute hundert Jahre alt geworden wäre

Kaum eine Künstlerpersönlichkeit hat das österreichische Musikleben und die internationale Welt der Neuen Musik nach dem Zweiten Weltkrieg so lang, so nachhaltig und in so enormer historisch-stilistischer Breite mitgeprägt wie Friedrich Cerha: als Komponist und Dirigent, als Mitbegründer und Leiter von Ensembles wie die reihe und Camerata Frescobaldiana" für deren Konzerte er auch Alte Musik edierte, als Mittelschullehrer und zuletzt Professor an der Wiener Musikhochschule, wo er mehreren Generationen entscheidende Impulse für ihr schöpferisches und nachschöpferisches Leben mitgegeben hat.

Cerhas kompositorisches Schaffen reicht von großen Bühnenwerken bis hin zu intimer Kammermusik und Solostücken. Dabei erweist er sich auch für heutige Ohren in unverminderter Intensität als Unangepasster, begabt mit einem ausgeprägten Sensorium sowohl für gesellschaftliche Bedingungen, Auswirkungen und Missstände einerseits als auch für die rein technischen wie auch die ideologischen Probleme der Gegenwartsmusik andererseits. Mittendrin zu stehen und dennoch von außen zu beobachten und zu lauschen: Diese Fähigkeit klingt einem aus Cerhas Werken deutlich entgegen.

Vor drei Jahren, wenige Tage vor seinem 97. Geburtstag, ist Friedrich Cerha in Wien gestorben. Mögen bahnbrechende Werke wie etwa der Zyklus "Spiegel" (1960/61) mittlerweile in ihrer Bedeutung erkannt worden sein, gibt es in seinem reichen Ouvre trotzdem noch vieles zu entdecken. "Zeit-Ton" präsentiert in dieser Geburtstagssendung Bekanntes und Unbekanntes, Rares und Außergewöhnliches.

Sendereihe

Gestaltung

  • Walter Weidringer