Schostakowitsch in Paris, Salle Wagram 1958

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Ausgewählt

Klangbühnen Europas

Die Salle Wagram in Paris

Wer über legendäre Opernaufnahmen spricht, denkt zunächst an gefeierte Sängerinnen und Sänger, große Dirigenten oder ausgezeichnete Orchester. Seltener geraten jene Orte ins Blickfeld, an denen diese Aufnahmen überhaupt erst entstehen konnten. Dabei haben Räume, ihre Akustik und ihre Atmosphäre oft entscheidend mitgeprägt, wie Musik auf Schallplatte gebannt wurde. Gerade im 20. Jahrhundert haben sich manche Säle – abseits des regulären Konzertbetriebs – zu stillen Hauptdarstellern der Tonträgergeschichte entwickelt.

Einer dieser Orte ist die Salle Wagram in Paris, die 1865 als Ball- und Veranstaltungssaal errichtet wurde, die man aber später zu einer der wichtigsten Pariser Aufnahmestätten umfunktioniert hat. Ihre ausgewogene, warme Akustik machte sie besonders für Opern- und Orchesterproduktionen attraktiv. So entstanden dort Operneinspielungen, die bis heute Referenzcharakter besitzen: Maria Callas’ “Tosca” und “Carmen” unter Georges Prêtre ebenso wie Massenets “Manon” unter Pierre Monteux oder “Boris Godunow” unter André Cluytens. In dieser Ausgabe von Ausgewählt rückt mit der Salle Wagram ein Ort ins Zentrum, der zwar selten im Rampenlicht steht, dessen klangliche Handschrift aber bis heute nachwirkt.

Sendereihe

Gestaltung

  • Robert Fontane