ORF/URSULA HUMMEL-BERGER
Ex libris
Adieu, Peter
Seit 2002 ist Peter Zimmermann verantwortlicher Redakteur der Ö1 Sendereihe "Ex libris". Das ist seine letzte Sendung.
22. Februar 2026, 16:00
Zum Abschied führt seine Nachfolgerin Zita Bereuter ein Gespräch mit dem künftigen Ruheständler über dessen Weg zur Literatur, das Lesen an sich und die Arbeit an der Sendung. Ein wenig Licht in diese Biografie bringt auch eine frühe Glosse aus Peter Zimmermanns Feder, deren Anfang Sie hier lesen können. Die vollständige Glosse, die 2008 in dem Sammelband "Schule des Scheiterns" im Czernin Verlag erschienen ist, hören Sie in der Sendung:
"Wie ich ein Klassiker wurde zu einer Zeit, in der die Weltkarriere des österreichischen Musikers Falco sich abzuzeichnen begann. An einem Ort, an dem nie jemand vom Kultursender Ö1 gehört hatte. Dafür umso mehr von der A2, der Südautobahn, weil einigen Grundbesitzern, die den Ausbau bis zur Grenze blockierten, die Enteignung angedroht worden war. Zu dieser Zeit war das Bildungsniveau der Schulpflichtigen keinem Medium eine Schlagzeile wert. Retrospektiv betrachtet kann ich sagen, es war unter jeder Sau. Zumindest an den Ufern von Gail und Drau. Aber das war auch die Zeit, in der sogenannte Berufsberater regelmäßig die Mittelschüler langweilten und jedem, der einen halbwegs geraden Satz zu formulieren imstande war, eine Tätigkeit in der Medienbranche nahelegten. Glänzende Zukunft. Soso. Heute stellen sich viele von denen, die der Prognose Glauben schenkten, um Sozialhilfe an. Oder sie arbeiten für 1.000 Euro Fulltime. In der achten Klasse des Gymnasiums verlangte der Deutschlehrer von uns eine Literaturliste. 20 Bücher, dachte er, würden wir im Laufe unseres Lebens ja schon gelesen haben. Er irrte sich, denn nur zwei Schüler erreichten das Limit. Einer wurde später Redakteur der Kleinen Zeitung, der andere war ich..."
Buchbesprechungen
Norbert Gstrein, "Im ersten Licht", Hanser, besprochen von Carsten Otte
Taras Schewtschenko, "Flieg mein Lied, meine wilde Qual", Wallstein, übersetzt von Beatrix Kersten
Lesja Ukrajinka, "Am Meer", Wallstein, übersetzt von Maria Weissenböck, beide besprochen von Cornelius Hell
Moderation und Redaktion: Zita Bereuter
