Spielräume
Kuba, Chile und New York auf einer LP
Musik aus allen Richtungen mit Xavier Plus. Das neue Album der Saxofonistin Melissa Aldana
26. Februar 2026, 17:30
Das spanische Wort "Filin" klingt nicht zufällig dem englischen "Feelings" sehr ähnlich: "Filin" ist die Bezeichnung einer musikalischen Strömung auf dem Kuba der 1940er - bis 1960er Jahre, die sich an die US-amerikanische Jazz-Song-Tradition anlehnt. Inspiriert von Sänger:innen wie Nat King Cole, Frank Sinatra oder Ella Fitzgerald, aber auch Close Harmony Groups wie den Andrew Sisters, interpretierten kubanische Musiker:innen Liebeslieder aus ihrer Heimat, die auch die Heimat des seit langem in New York lebenden Pianisten Gonzalo Rubalcaba ist.
Für die chilenische, ebenfalls im Big Apple lebende Saxofonistin Melissa Aldana ist Rubalcaba ein großes Vorbild, und ihren Wunsch, mit ihm zusammenzuarbeiten, erfüllt sie sich mit ihrem neuen Album. Sie kontaktiert Rubalcaba mit ihrer Idee für ein gemeinsames Balladen-Album, wie es in den Diskografien der meisten Jazz-Solist:innen zu finden ist. Gonzalo Rubalcaba ist es, der die Balladen der Filin-Musik als alternatives Programm, statt der üblichen Standards, ins Spiel bringt und Melissa Aldana mit dieser Musik vertraut macht.
Gemeinsam erarbeiten sie simple, aber effektvolle Arrangements, und mit der New Yorker Rhythmus-Sektion Peter Washington (Kontrabass) und Kush Abadey (Schlagzeug) ist das Album in kurzer Zeit live und in einem Raum eingespielt. Zwei Stücke interpretiert außerdem die Sängerin Cecile McLorin-Salvant.
"Filin" ist sowohl in der Diskografie von Melissa Aldana wie auch in der Geschichte von Balladen-Alben im Jazz eine außergewöhnliche Einspielung, die in ihrer kompromisslosen Langsamkeit auch dem nicht nur in den USA stürmischen Jahr 2026 einiges entgegensetzt.
Sendereihe
Gestaltung
- Xavier Plus
