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Können Männer Feminismus? (1)

Die Rolle der Männer - damals und heute

Männer und Feminismus klingt auf den ersten Blick wie ein Widerspruch. Aber ist es das tatsächlich? Umfragen zeigen, dass heute ein beträchtlicher Anteil von Männern Gleichstellung unterstützt oder sich zumindest für Maßnahmen zur Förderung von Frauenrechten ausspricht. Und auch in der Geschichte haben sich einzelne Männer immer wieder für Geschlechtergerechtigkeit stark gemacht. Aber ist das genug? Was bräuchte es, damit mehr Männer verstehen, dass Feminismus ein Befreiungsschlag für alle ist? Dass es dabei um Selbstbestimmung, Freiheit und Menschenrechte ganz allgemein geht. Anlässlich des Internationalen Frauentages 2026 legt Mari Lang im Bereich der Gleichberechtigung der Geschlechter den Fokus auf die Männerperspektive. Die Journalistin, die in ihrem Podcast "Frauenfragen" mehr als 50 Gespräche mit bekannten österreichischen Männern geführt hat, geht u.a. der Frage nach, ob Männer Feministen sein können, ob sie das überhaupt sollten und was es braucht, um ernsthaft einer zu sein.

Seit der 1. Welle der Frauenbewegung im 18. Jahrhundert unterstützen auch Männer den Kampf für mehr Frauenrechte und Geschlechtergerechtigkeit. Wer sind sie und was genau sind ihre Beweggründe? In Österreich wurden unter der Regierung von Bruno Kreisky etwa zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Frauen in der Gesellschaft umgesetzt. Die Abschaffung der Rolle des Ehemanns als Familienoberhaupt oder die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs in den ersten drei Monaten. 2014 rief "UN Women", die Organisation der Vereinten Nationen, die sich für Geschlechtergleichstellung einsetzt, die Initiative "HeForShe" ins Leben. Diese ruft Männer dazu auf sich aktiv für die Beseitigung von Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts einzusetzen. Auch die 2021 gestartete österreichische Kampagne "Mann spricht's an" zielt darauf ab. Doch genauso, wie es immer schon Unterstützer der Frauenbewegung gab, gab es auch zahlreiche Gegner. Sie kommen meist aus konservativen und rechtsextremen Kreisen und sehen die Rolle der Frau hinter dem Herd und bei den Kindern. Je erfolgreicher die Frauenbewegung wurde, desto lauter wurden auch sie. Doch wovor haben antifeministische AkteurInnen eigentlich Angst? Was treibt sie an? Und was hat das alles mit Macht zu tun?

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