Apropos Klassik
Französische Musik in den besten Händen
Jean Martinon, ein Maitre mit Stil, Esprit und Akkuratesse
7. März 2026, 15:05
Diese Alphamänner am Dirigentenpult! Beim Chicago Symphony Orchestra beispielsweise: zuerst Fritz Reiner, dann Georg Solti. Und zwischen ihnen: Jean Martinon, kein Despot, kein Dompteur, folgerichtig als Fremdkörper empfunden, im historischen Rückblick auf die Geschichte des Klangkörpers eine Episode. Vor ihm war es Rafael Kubelik, dem Dominanzverhalten ähnlich fremd war, am selben Ort genauso ergangen. Und beide, Martinon wie Kubelik, verstanden sich im Herzen als dirigierende Komponisten So bleibt der 1910 geborene, vor 50 Jahren vor der Zeit aus dem Leben gerissene Jean Martinon vor allem dank der vielen Tondokumente in Erinnerung, die ihn am Pult unterschiedlicher französischer Orchester zeigen, in erster Linie dem Orchestre National de Radiodiffusion Francaise. Schier enzyklopädisch widmete sich Martinon mit ihnen dem Oeuvre von Maurice Ravel und Claude Debussy, ohne die außerhalb so gern Übergangenen neben den beiden Großmeistern zu vernachlässigen: Dukas, Pierné, Roussel, Ibert, Honegger, Varèse. Was nicht-französische Musik betraf, lag sein Schwerpunkt ebenfalls im 20.Jahrhundert, von de Falla bis Hindemith. Und es drängt sich beim begeisterten Bergwanderer Jean Martinon die Assozation auf: immer waren frische, klare Luft und helles Licht in seinen Interpretationen.
Sendereihe
Gestaltung
- Chris Tina Tengel
