Radiogeschichten
Träume und Visionen
"Mutmaßliche Leben" von Fleur Jaeggy. Aus dem Italienischen von Barbara Schaden.
10. März 2026, 11:05
Sie hausten prekär, litten an Tuberkulose, verzweifelten an der Wirklichkeit. Sie waren Visionäre, Träumer, Genies - und hochgradig opiumabhängig. Sie experimentierten mit Lachgas, aßen rohes Fleisch, um "prachtvolle Träume" herbeizuführen, wähnten sich unter den Inkas und von "blauen Teufeln" umringt, glaubten, vergiftet worden zu sein, reisten Robert Louis Stevenson hinterher, und was sie suchten, blieb ihnen meist verborgen. Thomas De Quincey, John Keats, Marcel Schwob: Fleur Jaeggy legt mit "Mutmaßliche Leben" drei biographische Skizzen von Schriftstellern vor, denen die Welt viel zu winzig schien und die mit ihren Texten und ihren Spleens die Grenzen des Denkbaren sprengten.
Fleur Jaeggy, 1940 in Zürich geboren, ist eine schweizerische und italienischsprachige Autorin, Ex-Model, Intellektuelle, Mystikerin, inzwischen etwas über 80 Jahre alt, ehemals enge Vertraute Ingeborg Bachmanns, Witwe des Adelphi-Verlegers Roberto Calasso. Heute lebt sie weitgehend zurückgezogen in Mailand. Ihr weltweit gefeiertes Werk umfasst Romane, Erzählungen und Novellen, darunter " Die seligen Jahre der Züchtigung".
Service
Fleur Jaeggy, "Mutmaßliche Leben". Aus dem Italienischen übersetzt von Barbara Schaden, Bibliothek Suhrkamp, 2026
