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Radiogeschichten
Zuckmayers Analyse einer Machtübernahme
"Als wär's ein Stück von mir" von Carl Zuckmayer. Es liest Dörte Lyssewski (Ausschnitt).
12. März 2026, 11:05
Carl Zuckmayers Erinnerungen an die ersten sechs Jahrzehnte europäischer Kultur des 20. Jahrhunderts sind 1966 erschienen und ein wichtiges Dokument der Zeitgeschichte, das in den Jahren 1966 und 1967 über 37 Wochen lang die Spiegel-Bestsellerliste anführte.
Wie in "Des Teufels General", seinem berühmtesten Drama, setzt sich der Autor auch hier mit deutschen Mentalitäten des 20. Jahrhunderts auseinander. Er bettet seine Erfahrungen als Freiweilliger im Ersten Weltkrieg ein in die allgemeine Beschreibung der Menschen und ihrer Stimmungen. Die Entwicklung des Zweiten Krieges verstand Zuckmayer aus dem Ersten Weltkrieg heraus, er thematisiert die Mitschuld am Nationalsozialismus und seinen Verbrechen.
Das zweite Kapitel des Buches, "Austreibung", schildert die Jahre 1934 bis 1939, in denen Carl Zuckmayer in Österreich eine Zuflucht vor den Nazis gefunden hatte. Mit dem Anschluss Österreichs musste er wieder fliehen. Sehr eindrücklich sind die Passagen über den Beginn der Naziherrschaft in Österreich am 12. März 1938.
Service
Carl Zuckmayer, "Als wär's ein Stück von mir. Horen der Freundschaft" von Carl Zuckmayer, Fischer Taschenbuch
Sendereihe
Gestaltung
- Stefanie Zussner
