Stimmen hören
Hier ist Giuseppe Verdi "ewig jung"
"Rigoletto", Liebkind der Aufnahmegeschichte - zum 175. Jahrestag der Uraufführung
12. März 2026, 14:05
Der herzogliche Hofnarr, der seine geliebte Tochter vor der sexuellen Ausbeutung durch seinen Dienstherren bewahren will, dessen Racheplan sich aber in unerbittlicher Dramaturgie gegen ihn selbst richtet: eine bitterböse Geschichte. In Opernform gegossen, packt sie, berührt, reißt mit wie am ersten Tag, dem Tag der Uraufführung von Giuseppe Verdis "Rigoletto" am venezianischen Teatro La Fenice vor 175 Jahren. "Rigoletto" war nie vergessen, nie unpopulär, und sobald die Technik der Tonaufzeichnung dafür halbwegs reif war, wurde das Werk schon "festgehalten": 6 Schellack-Komplettaufnahmen zwischen 1912 und 1927! Von Leonard Warren, Robert Merrill und Tito Gobbi bis Piero Cappuccilli, Sherrill Milnes, Giorgio Zancanaro und Leo Nucci (in der Bariton-Titelpartie) bleibt die Auswahl auch in den nachfolgenden Jahrzehnten riesig; als Gilda haben sich so unterschiedliche Sopranistinnen wie Renata Scotto, Lucia Popp, Hilde Güden oder Reri Grist vor Mikrophonen verewigt. Die speziellen Tenor-Momente hat sich keiner der "Großen" entgehen lassen - da treten neuerlich divergierende Stimmcharaktere, wie (unter den Namhaftesten) Mario del Monaco und Nicolai Gedda, Luciano Pavarotti und Alfredo Kraus, Giuseppe di Stefano und Jussi Björling in diskographische Konkurrenz. Die Rigolettos, Gildas und Herzöge des 21.Jahrhunderts? Gibt es auch nachzuhören, aber fast nur mehr in Livemitschnitten, also mit weniger "Politur".
Sendereihe
Gestaltung
- Chris Tina Tengel
