Im Gespräch

Ronya Othmann, Journalistin und Schriftstellerin

Im Gespräch mit Birgit Dalheimer

Ronya Othmann wurde 1993 in München geboren. Sie schreibt Lyrik, Prosa und Essays und arbeitet als Journalistin. Ihre Mutter ist Deutsche, ihr Vater ein staatenloser jesidischer Kurde, der 1980 aus Syrien floh. In ihrer Kindheit und Jugend reiste Ronya Othmann häufig zur Familie des Vaters in ein jesidisches Dorf im Norden Syriens, das später nicht mehr existierte. Erfahrungen von damals spiegeln sich in vielen ihrer Werke wider. Kurz nachdem Bachar al Assad Ende 2024 gestürzt worden war, reiste Ronya Othmann Anfang 2025 mit ihrem Vater nach Syrien. Über ihre Beobachtungen und Erfahrungen schrieb sie das Buch "Rückkehr nach Syrien. Eine Reise durch ein ungewisses Land." Das Schicksal der Jesiden thematisierte sie in ihrem 2024 erschienenen Roman "Vierundsiebzig" über den vierundsiebzigsten Genozid an der Ethnie. Ronya Othmann erhielt dafür mehrere Literaturpreise, der Roman war auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2024. Als Schriftstellerin wie als Journalistin kritisiert Ronya Othmann romantisierende Vorstellungen von einen folkloristischen Kurdistan, sie fordert Aufmerksamkeit für und echte Auseinandersetzung mit marginalisierten Gruppen, und warnt vor Islamismus.

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  • Birgit Dalheimer