Apropos Klassik
Zum 75er von Martin Sieghart
Eine musikalische Spurensuche mit dem österreichischen Dirigenten Martin Sieghart, der am 12. März seinen 75. Geburtstag feierte.
14. März 2026, 15:05
Er hätte vieles versäumt, und, wie jeder, gekämpft. Ab einem gewissen Alter sei das jedoch vorüber, denn dann kämpfe man nicht mehr, sondern man genieße. So resümiert Martin Sieghart seinen künstlerischen Weg, der durchaus von vielen erreichten Stationen geprägt ist: Acht Jahre lang war er Chefdirigent des Brucknerorchesters Linz sowie des Linzer Landestheaters, fünf Jahre Chef des Stuttgarter Kammerorchesters, und weitere fünf Chef des niederländischen Arnhem Philharmonic Orchestra. Sechzehn Jahre lang unterrichtete er Dirigieren an der Kunstuniversität Graz, mehrere Festivals gründete er in all diesen Jahren. Und all das, nachdem er 1985 den Posten als Solo-Cellist der Wiener Symphoniker aufgegeben hatte, um als freischaffender Dirigent seinen Weg zu gehen.
Über Musik hat Martin Sieghart seither viel nachgedacht - allen voran über jene von Gustav Mahler und Anton Bruckner. Sein jüngster Weg führte ihn jedoch zum Schreiben: vor kurzem erschien sein zweites Buch, das die Welt des Musikalischen - mit Ausnahme des Titels "Frauen: Liebe - Leben", der eine Verbindung zu Schubert nahelegt - weitgehend außen vor lässt.
Das Musikalische vernachlässigt Martin Sieghart zu seinem Geburtstag jedoch keineswegs: einmal mehr dirigierte er die Siebente Bruckner, was ihm eine erneute Auseinandersetzung mit dem von ihm so sehr geschätzten Komponisten ermöglichte. In "Apropos Klassik" spricht er über seine Beziehung zu Bruckner, über das Älterwerden in der Musik und über das Weitergeben der Kunst des Dirigierens.
