Straßenbahnbau in Prag

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Journal-Panorama

Tschechien als Tram-Großmacht

Straßenbahnbau hat in Tschechien eine lange Tradition. Die Tramdichte in Prag ist hoch

Der Prager Nahverkehr gehört mit seiner Netzdichte und dem hohen Takt europaweit zu den Spitzenreitern. Bis heute bilden Straßenbahnen das Rückgrat des Netzes: Sie fahren über Kopfsteinpflastergassen bis in die hintersten Winkel der Stadt, sind eine beliebte Touristenattraktion - und für die Einheimischen so wichtig, dass ständig neue Straßenbahn-Kilometer gebaut werden. Gerade ist zum Beispiel der Wenzelsplatz eine Großbaustelle, weil er mit Schienen versehen wird.
Selbst Franz Kafka hat in seiner Kurzgeschichte "Der Fahrgast" die Tram in den Mittelpunkt gestellt. Aus Tschechien stammt ein in ganz Mittel- und Osteuropa verbreitetes Straßenbahnmodell, die Tatra-Reihe. Auch heute noch liefern tschechische Firmen neue Trams nach ganz Europa.

Doch gleichzeitig ist Tschechien ein Autoland: Seit kurzem sitzen die "Motoristé sobe", die Autofahrer-Partei, als Junior-Koalitionspartner im Kabinett von Ministerpräsident Andrej Babis. Der Gedanke an eine Verkehrswende behagt längst nicht allen im Land.

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