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Aufräumen (3)

Ordnung beginnt im Kopf

Früher war Aufräumen eine lästige Pflicht - heute scheint es ein Lifestyle-Thema geworden zu sein: Marie Kondo und andere Aufräumcoaches predigen über die Leichtigkeit, die ein geregelter Haushalt angeblich auslöst. Daraus hat sich eine milliardenschwere Industrie entwickelt. Andere kämpfen mit Unordnung und Chaos: Wieso sind wir Menschen in Sachen Ordnung so unterschiedlich?

(1) Aufräumen als Selbstoptimierung
In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich das Aufräumen radikal verändert: Besitz wird nicht mehr gehortet, sondern reflektiert. Aufräum-Gurus wie Marie Kondo und "The Minimalists" fragen danach, "ob ein Objekt überhaupt Freude auslöst". Falls nicht, soll es gnadenlos entsorgt werden. Aufräumen gilt als Teil der Selbstfindung, Persönlichkeits- und Selbstoptimierung. Ein minimalistisches Leben ist mittlerweile ein Lifestyle. Rund ums Thema Aufräumen hat sich eine milliardenschwere Industrie gebildet: mit eigener Literatur, Ordnungscamps und Coaches.
Gestaltung: Juliane Lehmayer

(2) Die Psychologie des Aufräumens
Wieso räumen wir Menschen eigentlich auf? Was gibt uns das Aufräumen psychisch? Handelt es sich hier nur um Rituale und Routinen oder ein tieferes Kontrollbedürfnis? Wieso wirkt Aufräumen so entspannend - und scheinbar auf unsere Endorphine? Wieso stresst uns Unordnung und wieso regt es uns auf, wenn Menschen "anders aufräumen" als wir? Wir alle empfinden Ordnung und Unordnung individuell. Manchmal steigert sich der Ordnungssinn ins obsessive: Ein prominentes Beispiel ist der TV-Polizist Adrian Monk. Ein Blick in die Psyche von uns Menschen und wie wir Ordnung und Unordnung unterschiedlich wahrnehmen. Übrigens: So einige prominente Personen haben ihre "Unordnung der Dinge" medienwirksam zelebriert. Man denke an Friederike Mayröcker, Hermes Phettberg und Marcel Prawy mit seinem "Plastiksackerlsystem".
Gestaltung: Katrin Grabner

(3) Der Lurch
Er kriecht am Boden, unter dem Sofa, hinter Heizkörpern hervor, in den Ecken umher: Der Lurch. Wie ein eigenes Wesen erobert er sich seine Wege durch unsere Wohnräume. Zeig mir deinen Lurch und ich sage dir, wie du lebst: Der Fotograf Klaus Pichler hat dem Lurch einen eigenen Band gewidmet: Er hat über 100 Lurche gesammelt und fotografiert. Doch aus was besteht Lurch eigentlich und wie sieht der Lurch unter dem Mikroskop aus? Eine Analyse des allseits unbeliebten Bodenkriechers.
Gestaltung: Sonja Bettel

(4) Ordnungssysteme im Wandel der Zeit
Die schwere, hölzerne, vom Tischler gezimmerte Wohnwand war einst ein beliebtes Ordnungssystem: Unzählige Türchen und Laden boten genug Platz für Krimskrams. Heute regiert in den Wohnzimmern das schnörkellose und billige Bücherregal vom schwedischen Möbeldiskonter und/oder diverse online konfigurierbare Regale, mit glatten Oberflächen und individuell einsetzbaren Ordnungsmöglichkeiten. Unser Zugang zum Aufräumen und Sortieren hat sich individualisiert. Wieso war die teure Echtholz-Wohnwand einst so erstrebenswert - und w

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