APA-IMAGES/DPA/SILAS STEIN
Vom Leben der Natur
Kleine Krabbler - erstaunliche Fähigkeiten
Die Zoologin Magdalena Sorger spricht über Abwehrmechanismen und unerwartete Superkräfte von Ameisen.
19. März 2026, 08:55
Sobald es wärmer wird, beginnt wieder das Leben im Ameisenhügel. Die ersten Ameisen bringen sich nach der Winterstarre wieder auf "Betriebstemperatur" und krabbeln tiefer in den Bau, um mit ihrer Wärme auch die anderen zu wecken.
Sobald der Stoffwechsel hochgefahren ist, beginnt die emsige Suche nach Nahrung für die Kolonie: Ameisenstraßen entstehen. Solche Straßen entstehen nicht zufällig, sondern folgen einer bestimmten Logik, die sich der Mensch mittlerweile auch in Form des Ameisenalgorithmus zunutze gemacht hat. Kundschafterinnen markieren den Weg mit flüchtigen Spurpheromonen. Je mehr Ameisen dem Pfad folgen und markieren, desto klarer - und vor allem direkter - wird die Route.
Die große Welt ist für die kleinen Krabbler mitunter gefährlich, weshalb diese ein breites Arsenal an Abwehrmechanismen entwickelt haben. Bekannt ist die Ameisensäure, die aus einer speziellen Öffnung am Hinterleib versprüht wird. Darüber hinaus verteidigen sich Ameisen aber auch mit Stacheln und Dornen oder nutzen ihre extrem schnellen Beißwerkzeuge.
Aktuell sind weltweit rund 15.000 Ameisenarten bekannt und wissenschaftlich beschrieben. Die geschätzte Gesamtzahl liegt allerdings weit höher, bei rund 30.000 Arten. Damit gibt es mindestens dreimal so viele Ameisenarten wie Säugetierarten.
Service
Gesprächspartnerin:
Mag.a Dr.in Magdalena Sorger, Ameisenforscherin und Wissenschaftskommunikatorin
Discover Ants
@discoverants Instagram
Aktuelles Buch:
Ameisen - Die geheimen Herrscherinnen der Welt
Podcast abonnieren
