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ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

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Twitter wäre 20

Wie das Soziale Netzwerk asozial wurde

Im März 2006 sorgte eine neue Social-Media-Plattform für Aufsehen: Twitter war die erste ernstzunehmende Konkurrenz für das bis dahin marktbeherrschende Facebook und funktionierte nach einer völlig anderen Logik. Auf Twitter ging es nicht darum, sich mit Freunden auszutauschen, sondern in die allgemeine Öffentlichkeit hinaus zu "zwitschern".

Im Jahr 2022 änderte sich alles. Der exzentrische Multimilliardär Elon Musk kaufte Twitter und gab ihm einen neuen Namen: X. Schnell wurden die Empfehlungsalgorithmen verändert, und aus dem einstmals sozialen wurde schnell ein asoziales Netzwerk. Der Ton wurde merklich rauer. Heute ist die Plattform Teil von Musks Kulturkampf im Bereich der Informationstechnologien. Sein KI-Sprachmodell Grok verwendet die Postings auf X als Trainingsdaten.

Die Twitter-Übernahme durch Elon Musk hat bis heute zahlreiche juristische Nachspiele: Eine Gruppe entlassener Twitter-Mitarbeiter hat nicht-bezahlter Abfindungen eingeklagt. Die US-Börsenaufsicht hat Musk wegen verspäteter Offenlegung seines Twitter-Aktienbesitzes verklagt und eine Gruppe von Aktionären wirft Elon Musk Marktmanipulation durch irreführende Tweets vor. Das Verfahren läuft derzeit gerade in den USA. Die EU-Kommission wiederum hat eine Geldstrafe in Höhe von 120 Millionen US-Dollar gegen X wegen Irreführung der Öffentlichkeit bei angeblich "verifizierten" Accounts verhängt und ORF-Journalist Armin Wolf hat Strafanzeige gegen die Plattform erstattet, weil sie sich weigert, Hass-Postings zu löschen.


Größter Coup gegen Kindesmissbrauch im Darknet
Bayrische Ermittler nehmen 373.000 Darknet-Seiten offline

Bayrischen Cybercrime-Ermittlerinnen und Ermittlern ist der bis dato größte Coup im Darknet gelungen: Die Ermittler konnten 373.000 Darknet-Seiten offline nehmen, unter anderem mit Darstellungen von Kindesmissbrauch. Nach dem chinesischen Betreiber wird international gefahndet, genauso wie nach 437 mutmaßlichen Kunden. Die Spur führt auch nach Österreich.
Möglich gemacht hat den Erfolg auch die Zusammenarbeit mit Wiener Komplexitätsforschern, wie Tobias Mayr für matrix berichtet.

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