Schiffe vor der Straße von Hormus

AP/ALTAF QADRI

Punkt eins

Hormus: Düngemittel in der Krise

Der Iran-Krieg und seine Folgen für die Landwirtschaft und Welternährung. Gast: Univ.-Prof. Dr. Klaus Salhofer, Arbeitsgruppe Agrar-, Umwelt- und Regionalökonomie, Universität für Bodenkultur Wien. Moderation: Marina Wetzlmaier. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at

Seit der Blockade der Straße von Hormus durch den Iran-Krieg sitzen nicht nur hunderte Öltanker fest. Auch der Transport von Düngemitteln kam zum Erliegen. Internationale Organisationen warnen vor weltweiten Folgen für die Landwirtschaft und vor einer Ernährungskrise.

Rund ein Drittel der weltweit verschifften Düngemittel passiert die Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Indischen Ozean verbindet. Die Golfstaaten Katar, Saudi-Arabien, Bahrain und Oman produzieren und exportieren synthetische Stickstoff- und Phosphatdünger, die vor allem im Anbau von Getreide, Mais und Reis eingesetzt werden.

Die Blockade setzt eine Kettenreaktion in Gang: Für die energieintensive Produktion von Stickstoffdünger wird Erdgas benötigt. Die Düngerpreise sind daher von den Gas- und Ölpreisen abhängig. Mit den höheren Kosten in der Landwirtschaft werden auch die wichtigsten Grundnahrungsmittel teurer. Speziell in jenen Ländern in Afrika und Asien, die ihre Düngemittel direkt aus der Golfregion beziehen. Betroffen sind laut der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) Länder wie Sudan, Somalia und Mosambik, die zu den ärmsten der Welt gehören. Aber auch Sri Lanka, Pakistan, Thailand, Australien und Neuseeland importieren einen Großteil ihrer Düngemittel über die Schifffahrt aus den Golfstaaten.

Die Preise steigen aufgrund der Knappheit allerdings weltweit, was schlussendlich auch in Österreich zu spüren sein wird. Dauert der Krieg weiter an, wirkt sich das auch hierzulande auf die Lebensmittelpreise aus, sagt der Agrarökonom Klaus Salhofer von der Universität für Bodenkultur Wien. Die Landwirtschaft sei ohnehin bereits in Bedrängnis. "Die Kosten für Dünger waren auch vor dem Krieg nicht niedrig", so Salhofer.

In den vergangenen Jahren zeigte Russlands Krieg gegen Ukraine, wie krisenanfällig und abhängig die landwirtschaftliche Produktion und weltweite Ernährung sind. Russland gehört ebenso zu den größten Dünger-Herstellern, vor allem für Harnstoff, der in die USA und Europa geliefert wurde. Im Juni 2025 traten in der EU allerdings zusätzliche Einfuhrzölle in Kraft. Gleichzeitig gilt seit Anfang des Jahres eine CO2-Grenzabgabe auf importierte Stickstoffdünger. Grund dafür ist, dass die Herstellung der synthetischen Düngemittel zu einer hohen Emission von Treibhausgasen beiträgt. Generell ist die Stickstoffbelastung in der europäischen Landwirtschaft hoch und bringt Gefahren für das Grundwasser, die Luft und die Bodenqualität.

Wie reagiert die Landwirtschaft auf diese Entwicklungen? Wie können Abhängigkeiten verringert werden? Welche Alternativen zu den Importen und zur Anwendung bestimmter Düngemittel gibt es?

Darüber spricht Marina Wetzlmaier mit dem Agrarökonomen Klaus Salhofer und mit Ihnen. Rufen Sie an unter 0800 22 69 79 (kostenfrei innerhalb von Österreich) oder schreiben Sie uns per E-Mail an punkteins(at)orf.at

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