Buchmalerei, Zürich um 1310-1340 .Der Lied- und Spruchdichter Kanzler zwischen einem Flötenspieler und einem Fiedler (Ausschnitt der Abbildung)

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Wie klingt das Mittelalter? (2)

Wo Noten schweigen

Die Epoche des Mittelalters umspannt einen Zeitraum von sieben Jahrhunderten in denen nur wenig aufgezeichnet wurde. Was wurde gesungen, was instrumental interpretiert? Und welche Instrumente wurden bei einer Aufführung verwendet? Erst im ausgehenden 16. Jahrhundert wird damit begonnen, die Besetzung eines Ensembles festzuhalten. Für die Zeit zwischen dem 9. Jahrhundert und dem 15. Jahrhundert gewähren bildliche Quellen, historische Texte und Überlieferungen einen ersten Einblick. Doch der Klang kann nur durch das Anspielen eines Instruments erfahren werden. Bestenfalls durch ein historisches Instrument, dass die Jahrhunderte unbeschadet und im Originalzustand überdauert hat. Oder durch eine aus originalgetreuen Materialien gefertigte Rekonstruktion, basierend auf Funden und Beschreibungen. Doch zum "guten Ton" gehört auch die richtige Spieltechnik. Darüber geben einige historische Manuskripte und Traktate Auskunft. Nur so kann es gelingen, annähernd das Hörerlebnis anno dazumal nachzuempfinden. Diesem Originalklang spürte bereits im Jahr 1905 die "Deutsche Vereinigung für Alte Musik" nach. Mitte des 20. Jahrhunderts erreichen diese Bemühungen die Konzertsäle und die breite Öffentlichkeit.
Autorin: Barbara Volfing

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