ORF/JOHANNES KAUP
Im Fokus - Religion und Ethik
Ein Krieg und ein halber Frieden
Mit diesem Thema im Fokus: Teil 2 einer Kolumbien-Reportage
1. April 2026, 16:05
Mehr als ein halbes Jahrhundert war Kolumbien ein vom Krieg zwischen der Guerilla, den Paramilitärs und der Armee zerrissenes Land. Heute, zehn Jahre nach dem Friedensabkommen mit der größten Guerilla-Gruppe FARC, ist die Gewalt zwar zurückgegangen, aber viele Wunden sind nach wie vor offen. In einigen Regionen, in denen die staatlichen Behörden entweder abwesend oder zu schwach sind, um für Recht und Ordnung zu sorgen, leidet die lokale Bevölkerung unter dem Druck und der Willkür bewaffneter Banden. Sie haben de facto die Macht übernommen, um ihren Geschäften wie Drogen- und Waffenhandel, Erpressung und Entführung nachzugehen.
Im zweiten Teil seiner dreiteiligen Kolumbien-Reportage-Reise berichtet Johannes Kaup über die Situation im Chocó. Die am meisten benachteiligte kolumbianische Region, die von Flüssen, Sümpfen und Regenwald geprägt ist, ist zu 80 Prozent von Afrokolumbianern und zu 20 Prozent von Indigenen bevölkert. Obwohl das Land reich ist an Bodenschätzen wie Gold und Platin, lebt die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Vielerorts ist die katholische Kirche die einzige Institution, die in der prekären - von Armut und Gewalt geprägten Region an der Seite der Chocoanerinnen und Chocoaner geblieben ist. Auch im Wahrheits- und Versöhnungsprozess nach dem Friedensabkommen von 2016 spielte sie eine entscheidende Rolle. Johannes Kaup geht der Frage nach, warum trotz großer Dialog-Bemühungen immer noch kein nachhaltiger Frieden in Kolumbien eingekehrt ist.
