ORF/JOHANNES KAUP
Im Fokus - Religion und Ethik
Ein Krieg und ein halber Frieden
Aktuell im Fokus: Religionsverlust - Folgen für Religionsgemeinschaften +++ Thema im Fokus: Ein Krieg und ein halber Frieden +++ Serie: Nicht Fisch, nicht Fleisch - Verbotene Speisen in den Religionen +++ Moderation: Alexandra Mantler
1. April 2026, 16:05
Aktuell im Fokus: Religionsverlust - Folgen für Religionsgemeinschaften
Nur noch rund 22% der österreichischen Bevölkerung glauben an einen Gott, bei jüngeren Menschen zwischen 14 und 25 Jahren sind es immerhin 30%, unter muslimischen Jugendlichen gar 65%. An ein höheres Wesen oder eine höhere Energie glauben rund 36%, zeigen die Ergebnisse der Studie "Was glaubt Österreich", die die Universität Wien 2024/25 in Zusammenarbeit mit dem ORF durchgeführt hat. Ergebnisse, die den Religionsgemeinschaften, allen voran den abrahamitischen Religionen zu denken geben, etwa wenn man die Vorstellungen über Gott und Jenseits betrachtet: Selbst viele Menschen, die sich als Christ:innen deklarieren, haben wenig Ahnung davon, wie zentrale Begriffe zu deuten sind. Kurz nach dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan, kurz vor den christlichen Osterfeierlichkeiten der Westkirchen und zu Beginn des jüdischen Pessachfestes fasst Nikolaus Hofer noch einmal die wichtigsten Ergebnisse zusammen.
Im Studio ist die katholische Theologin, stellverstretende Institutsvorständin für Pastorale Theologie und Interreligiösen Dialog an der Universität Wien, sowie eine der Autor:innen der Studie "Was glaubt Österreich", Regina Polak zu Gast bei Judith Fürst und spricht über die Gründe für den Religionsverlust der sogenannten Boomer-Generation, den schwierigen Dialog zwischen den Generationen, die Weltlage und ihre Auswirkungen auf die Religiosität der Menschen, die Vorstellungen der Menschen über Gott, Leid und Auferstehung.
Thema im Fokus: Ein Krieg und ein halber Frieden
Mehr als ein halbes Jahrhundert war Kolumbien ein vom Krieg zwischen der Guerilla, den Paramilitärs und der Armee zerrissenes Land. Heute, zehn Jahre nach dem Friedensabkommen mit der größten Guerilla-Gruppe FARC, ist die Gewalt zwar zurückgegangen, aber viele Wunden sind nach wie vor offen. In einigen Regionen, in denen die staatlichen Behörden entweder abwesend oder zu schwach sind, um für Recht und Ordnung zu sorgen, leidet die lokale Bevölkerung unter dem Druck und der Willkür bewaffneter Banden. Sie haben de facto die Macht übernommen, um ihren Geschäften wie Drogen- und Waffenhandel, Erpressung und Entführung nachzugehen.
Im zweiten Teil seiner dreiteiligen Kolumbien-Reportage-Reise berichtet Johannes Kaup über die Situation im Chocó. Die am meisten benachteiligte kolumbianische Region, die von Flüssen, Sümpfen und Regenwald geprägt ist, ist zu 80% von Afrokolumbianer:innen und zu 20% von Indigenen bewohnt. Obwohl das Land reich ist an Bodenschätzen wie Gold und Platin, lebt die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Vielerorts ist die katholische Kirche die einzige Institution, die in der prekären - von Armut und Gewalt geprägten - Region an der Seite der Chocoaner:innen geblieben ist. Auch im Wahrheits- und Versöhnungsprozess nach dem Friedensabkommen von 2016 spielte sie eine entscheidende Rolle. Johannes Kaup geht der Frage nach, warum trotz großer Dialog-Bemühungen immer noch kein nachhaltiger Frieden in Kolumbien eingekehrt ist.
Teil 2 einer Kolumbien-Reportage von Johannes Kaup
Serie: Nicht Fisch, nicht Fleisch - Verbotene Speisen in den Religionen
Jüdinnen und Juden weltweit feiern am 1. April mit dem Sederabend den Beginn des Pessach-Festes. Das Fest erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und damit an das Ende ihrer Versklavung, so wird es in der Tora überliefert. Zu den zentralen Bräuchen gehört ein strenges Speisegebot: Während der Festtage darf nur ungesäuertes Brot gegessen werden - als Erinnerung an den überstürzten Aufbruch, bei dem keine Zeit blieb, den Teig gehen zu lassen. Nikolaus Hofer berichtet.
