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Stimmen hören
Das Bilderbuch-Oratorium
Joseph Haydns Jahreszeiten, ewig jung
2. April 2026, 14:05
Lebensweise und abgeklärt in der in jedem Moment von christlicher Lebens- und Weltsicht getragenen Aussage - im Detail gespickt mit tonsetzerischen Tabubrüchen und plastischer Tonmalerei - naive Ohren mit der Frische der Erfindung bezwingend, dabei von kontrapunktischer Eleganz: Joseph Haydns anderes Oratorium nach der Schöpfung, vor 225 Jahren in Wien im heute nicht mehr existierenden Stadtpalais Schwarzenberg uraufgeführt. Wird in der Schöpfung Biblisches mit weltlichen Vignetten aufgeputzt, dient in den Jahreszeiten ein ländlich-bäuerlicher Jahresverlauf mit wiederkehrender Mühsal und raren Freuden zum Beleg dafür, dass Gott alles recht gefügt hat. Die Aufnahmegeschichte der Haydnschen Jahreszeiten beginnt so richtig in den 1960er Jahren, und während anfangs vor allem die großen Alten Markierungen setzten - Beecham, Böhm, Karajan, Solti, Dorati, Kubelik -, hat spätestens seit der Jahrtausendwende das Musizieren auf period instruments das Regiment übernommen. Bei den Vokalsoli bedeutet das eine Bandbreite von Gundula Janowitz und Ileana Cotrubas bis Genia Kühmeier; von Peter Schreier und Werner Krenn bis Anthony Rolfe Johnson; von Josef Greindl und Hans Sotin bis Christian Gerhaher. Entsprechend der englischen Vorlage, der sich Gottfried van Suiten bei der Texterstellung bediente, hat sich bei den Jahreszeiten eine eigene The-Seasons-Aufführungstradition herausgebildet; das Werk wurde aber auch auf Italienisch und Tschechisch eingespielt.
Sendereihe
Gestaltung
- Chris Tina Tengel
