ÖNB
Opus - das Musikkolloquium
Die Fuge in Musik und Literatur
Befugt oder unbefugt? Die Fuge als Kompositionsprinzip in Musik und Literatur - von Johann Sebastian Bach und Ludwig van Beethoven über Fanny Hensel und James Joyce bis zu Paul Celan und Glenn Gould
6. April 2026, 15:05
Von der barocken Meisterschaft bis zur literarischen Moderne: Aus musikalischen Vorläufern wie dem Kanon hervorgegangen, erlebt die Fuge im 17. Jahrhundert ihren Höhepunkt, paradigmatisch in der "Kunst der Fuge" des sogenannten "großen Fugenmeisters" Johann Sebastian Bach. Ihr Prinzip ist ebenso einfach wie komplex: Eine Stimme setzt ein Thema, eine andere nimmt es auf, verfolgt, spiegelt, imitiert, variiert es. "Fuga" - ,Flucht' - meint dabei aber weniger das Fliehen und Weglaufen einer Stimme als das kunstvolle Ineinandergreifen und Verfolgen eigenständiger Stimmen.
Das Prinzip der Mehrstimmigkeit bleibt nicht auf die Musik beschränkt: So schreibt etwa James Joyce in einem Brief über sein Sirenen-Kapitel aus seinem "Ulysses": "They are all eight regular parts of a fuga per canonem", Paul Celan betitelt ein Gedicht "Todesfuge", und auch bei Ingeborg Bachmann lassen sich Kompositionsprinzipien der Fuge finden.
Ein "Opus" mit einer Spurensuche der Fuge als Kompositions- und Denkform durch Musik und Literatur.
Sendereihe
Gestaltung
- Katharina Hirschmann
