Memo - Ideen, Mythen, Feste
Von "Heiligen Gräbern" und "Osterkrippen"
Ein Stück Barock erlebt eine Renaissance
6. April 2026, 19:05
Ochs und Esel sucht man in diesen "Krippen" vergeblich, dafür ist der Auferstandene, die Kreuzigung und vielleicht sogar das Letzte Abendmahl zu sehen: Wie zu Weihnachten werden da und dort die biblischen Berichte auch zu Ostern mit kleinen Figuren nachgestellt.
Passend zum Osterfest wirft die Reihe "Memo - Ideen, Mythen, Feste" am Ostermontag einen Blick auf die "Osterkrippen" (auch Fasten- oder Passionskrippen genannt), wie sie in der Zeit des Barock, im 17. und 18. Jahrhundert, besonders populär gewesen sind - bis ihnen Kaiser Joseph II. im Sinne der Aufklärung ein Ende bereiten wollte.
Ganz verschwunden sind sie freilich nie - heute erfreuen sie sich, so hört man, wieder wachsender Beliebtheit.
Eigens dargestellt wurde und wird oft auch das "Heilige Grab" mit dem Leichnam Jesu (am Karfreitag - bis zur Feier der Osternacht). An manchen Orten ist es dauerhaft in einen so genannten "Kalvarienberg" integriert, auf dem der ganze Kreuzweg Jesu zu sehen ist (wie er meist in Bildern oder Reliefs bis heute in praktisch allen katholischen Kirchen zu finden ist).
Die Absicht dahinter: In der Zeit der "Gegenreformation" sollte den Menschen der katholische Glaube auf eine besonders sinnenfreudige Art und Weise wieder nähergebracht werden, um sie von der eher nüchternen, protestantischen Form wegzubekommen.
Sendereihe
Gestaltung
- Markus Veinfurter
