ORF/URSULA HUMMEL-BERGER
Radiogeschichten
Die Löcher im Stoff von Familienlegenden
"Hydra" von Antonia Löffler. Es liest Franziska Hackl.
8. April 2026, 11:05
Was verschweigt man, wenn man die eigene Lebensgeschichte erzählt? Welche Wahrheiten bleiben unausgesprochen in den Mythen, die Familien über sich selbst weben? In Antonia Löfflers Debütroman "Hydra" geht die Journalistin Anne der Geschichte ihrer Eltern nach, verfolgt ihre Spuren bis auf die legendäre Insel Hydra, die schon Henry Miller und später, in den 1960er Jahren, Leonard Cohen als Refugium mit alternativem Jet Set Charakter diente. Je mehr Anne nach der Wahrheit sucht, umso mehr erkennt sie, dass eine Familiengeschichte aus höchst unterschiedlichen Narrativen bestehen kann.
Antonia Löffler hat die Geschichte einer Familie notiert, die sich leicht und schwermütig zugleich in eine fast griechisch anmutende Tragödie verstrickt hat. Derweil hat alles doch nur mit den Proben für ein Ibsen-Stück begonnen, auf der titelgebenden Insel. Andererseits: Von Ibsen zur griechischen Tragödie ist es nur ein kurzer Weg am Parkett des Lebens
Antonia Löffler, 1991 in Wien, geboren, ist freie Autorin und Journalistin. "Hydra", 2025 im Milena Verlag erschienen, ist ihr erster Roman.
Service
Antonia Löffler: "Hydra", Milena Verlag, Wien 2025.
Sendereihe
Gestaltung
- Ulrike Leitner
