Spielräume

Plädoyer für das Zuhören: Maria Schneider

Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber. Die US-amerikanische Komponistin Maria Schneider formuliert im Rahmen ihrer neuen EP "American Crow" erneut gesellschaftspolitisch brisante Botschaften

Maria Schneider zählt zu den bedeutendsten Jazzkomponist:innen der Gegenwart. Die 65-jährige US-Amerikanerin, in den 1980er Jahren als Assistentin von Gil Evans bekannt geworden, gilt als Architektin vielfärbig schillernder Klangräume, als Choreografin meisterhafter, impressionistisch-lyrischer Stimmungen. Mit ihrem letzten Programm "Data Lords", 2020 veröffentlicht und 2021 mit zwei Grammy Awards ausgezeichnet, ist Schneider indessen auch als gesellschaftspolitische Mahnerin in Erscheinung getreten, die die Gefahren der Digitalisierung und die Bedrohung der Natur, des Humanen anspricht.

In ihrer neuen EP "American Crow", die sie als Erweiterung von "Data Lords" sieht, legt sie den Finger in die Wunde der polarisierten US-amerikanischen Gesellschaft: Die Musik "thematisiert die Giftigkeit unseres gegenwärtigen gesellschaftlichen Diskurses, der sich zu einem undurchdringlichen Knäuel aus inszenierter Wut verfestigt hat. Wir erheben uns unaufhörlich über die anderen, wir haben fast jede Fähigkeit oder jeden Wunsch verloren, denen, mit denen wir nicht einer Meinung sind, wirklich zuzuhören und sie zu verstehen", so Maria Schneider im Pressetext zu "American Crow". Die EP, aufgenommen mit ihrem Orchester, enthält nachdenkliche, dabei gewohnt facettenreiche, vielfärbige Musik. Als Solisten treten Trompeter Mike Rodriguez und Gitarrist Jeff Miles in Erscheinung.

Sendereihe

Gestaltung

Übersicht