Ö1 Hörspiel

"Sladek" von Ödön von Horváth

Vom Entstehen des Autoritarismus.

In den frühen 1920er Jahren versuchten verschiedene geheimgehaltene soldatische Organisationen die Truppenstärke der deutschen Wehrmacht über die durch den Friedensvertrag von Versailles gezogenen Grenzen hinaus aufzustocken. Aus der Perspektive der beiden jugendlichen Hauptfiguren Franz und Sladek beleuchtet Horváth die rechtsradikalen Machenschaften der sogenannten "Schwarzen Armee" und die Versuche ihre Existenz zu vertuschen.

Franz, linker Journalist, untersucht die Vorgänge um die "Schwarze Armee" und trifft bei einer Versammlung von Hakenkreuzlern auf Sladek, der ohne Beruf und Arbeit ist und in dessen Kopf die Phrasen und Erklärungsmuster der Rechtsradikalen ein autoritäres Stereotyp ergeben.

Ödön von Horváth hat früh die Gefahren des Faschismus erkannt und diese Thematik auf die Bühne gebracht. Sein 1929 mit dem Nebentitel "Der schwarze Reichswehrmann" uraufgeführtes, wenig bekanntes Werk zeichnet in der Figur des Sladek ein hellsichtiges Porträt jenes Charakters, der mit seinen Reinlichkeitsidealen, seinen Sehnsüchten nach einem einfachen, umfassenden Weltbild und seiner latenten Infantilität kennzeichnend für die nationalsozialistischen Bewegungen der Weimarer Zeit war.

"Sladek" von Ödön von Horváth. Mit Jens Wawrczeck, Lukas Miko, Andrea Eckert, Martin Schwab, Birgit Minichmayr, Klaus Höring, Harald Harth, Nikolaus Kinsky, Julia Cencig, Tina Nitsche, Ulli Jürgens, Hasija Boric, Heinz Arthur Boltuch, Volker Schmidt, Michael Pink, Sebastian Pass, Robert Ritter, Wilfried Berger, Tongestaltung: Gerhard Wieser, Herta Werner und Sylvia Rosenecker, Musik: Peter Kaizar (mit Anton Burger, Jõao de Bruco, Georg Graf, Otto Lechner, Patrice Heral, Achim Tang und Tristan Schulze), Regie: Götz Fritsch (ORF/DLF 2001)

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