Radiokolleg

Das Trauma und seine Folgen (3)

Wie können Traumafolgestörungen therapiert werden?

In der Praxis der Ergotherapeutin Uta Fischer sitzt die Klientin oder der Klient auf einem bequemen Liegestuhl. Gegenüber flirren bunte Bilder auf einem Bildschirm und sanfte Klänge begleiten die Sitzung. Über Elektroden an der Kopfhaut werden tiefe Gehirnströme gemessen und je nach deren Aktivität verändern sich Bild und Ton in ihrer Geschwindigkeit, Helligkeit und Lautstärke. Auf diese Weise soll das Gehirn ohne Umweg über das Bewusstsein mit sich selbst kommunizieren und allmählich lernen, sich zu entspannen. Die Weiterentwicklung der Psychotraumatologie zeigte nämlich, dass nicht nur ein verändertes Denken auf die leiblichen Erscheinungen wirkt, sondern dass körperorientierte Therapien die Wahrnehmung und Einordnung gegenwärtiger Ereignisse und Umstände beeinflussen. Der Traumaforscher Bessel van der Kolk erläutert in seinem Standardwerk "Verkörperter Schrecken", dass wir uns das Unbewusste nicht als eine Art vergessenen Traum vorstellen müssen, der irgendwo in den Tiefen unserer Erinnerung schlummert, sondern dass Traumata körperliche Vorgänge und Verbindungen auslösen und speichern. Diese Muster zwischen Gehirn, Nervenbahnen und inneren Organen sind die traumatische Erinnerung. Die dritte Folge dieser Reihe beschäftigt sich mit verschiedenen Arten der körperorientierten Traumatherapie wie Neurofeedback und EMDR. Zudem wird auf die Bedeutung der Ausbildung von Bezugspersonen für das Erkennen von Traumatisierungen und den sensiblen Umgang damit hingewiesen.

Gestaltung: Christa Nebenführ

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