Tyre Anschlag

APA/AFP/KAWNAT HAJU

Punkt eins

Welche Zukunft erwartet den Libanon?

Ein verwüstetes Land im Krieg. Gast: Dr. Marcus Schneider, Friedrich Ebert-Stiftung, Beirut. Moderation: Philipp Blom. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at

Der Libanon ist zu einem Hauptschauplatz im Krieg der USA und Israels gegen den Iran geworden, da die Vergeltungsmaßnahmen der Hisbollah auf israelische Aktionen massive israelische Luftangriffe und einen Bodenvorstoß in den Südlibanon nach sich zogen, die über eine Million Menschen in die Flucht trieben. Das Schicksal des Landes ist nun eng mit dem größeren, regionalen Konflikt verknüpft, wobei in Israel von Pufferzonen, einer langwierigen Besatzung oder sogar der Annexion von Teilen des Südlibanon die Rede ist.

Die militärische Eskalation trifft eine Gesellschaft, die bereits durch die Debatte über die Rolle der Hisbollah sowie durch jahrelangen finanziellen Zusammenbruch, den freien Fall der Währung und das unbewältigte Trauma der Explosion im Hafen von Beirut gespalten ist. Eine technokratische Regierung unter Präsident Joseph Aoun und Premierminister Nawaf Salam hatte vorsichtige Hoffnungen geweckt, aber der Krieg hat ihre Agenda weitgehend auf Eis gelegt.

Marcus Schneider führt das Beirut-Büro der Friedrich Ebert-Stiftung. Von seinem kriegsbedingten Ausweichquartier in Berlin berichtet er über die Zustände im Libanon und die größten Herausforderungen, die das kleine Land erwarten. Die Chancen für den Libanon hängen davon ab, einen dauerhaften Waffenstillstand zu sichern, weitere Gebietsgewinne zu verhindern und staatliche Autorität zu stärken und die Macht der Milizen zu vermindern. Wenn regionale und internationale Akteure diesen Weg unterstützen, anstatt den Libanon für ihre Rivalitäten zu instrumentalisieren, bleibt eine schmale, aber reale Chance, den Staat zu stabilisieren und den Zusammenbruch abzuwenden.

Philipp Blom spricht mit Marcus Schneider über Krieg und Frieden im Libanon und die Verwerfungen, die der Krieg in der gesamten Region produziert, denn das Gleichgewicht der Mächte im Mittleren Osten hat sich durch den Konflikt nachhaltig verschoben.

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