König Heinrich VIII.

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Im Fokus - Religion und Ethik

Ein Scheidungskrieg

Mit diesem Thema im Fokus: Wie sich England vom Papst getrennt hat

Begonnen hat alles mit einem königlichen Scheidungskrieg, der die Eheprobleme von Charles und Diana klar in den Schatten stellt: Im Jahr 1533 sah sich König Heinrich VIII. gezwungen, die Verbindungen zum Papst in Rom zu kappen, um Anne Boleyn doch noch heiraten zu können - die ihm endlich den politisch erforderlichen Thronerben schenken sollte. Drei Päpste hintereinander hatten dem König die Annullierung seiner Ehe mit Katharina von Aragón verweigert - aus einer komplexen Mischung aus theologischen, kirchenrechtlichen und machtpolitischen Erwägungen, obwohl es gute Gründe dafür gegeben hätte. Letztlich machte sich dann Heinrich zum Oberhaupt seiner eigenen Kirche.
In der Folge entwickelte sich in England unter dem Einfluss der Reformation eine neue christliche Tradition, ein Mittelweg zwischen katholischer und protestantischer Tradition, die sich mit dem "British Empire" in alle Welt ausbreiten sollte: Heute bekennen sich 60 bis 80 Millionen Christinnen und Christen zu einer "anglikanischen" Kirche.

Zur Kirche von England selbst gehören nicht einmal mehr die Hälfte der 60 Millionen Engländerinnen und Engländer. Eine Million Menschen besucht noch regelmäßig den Gottesdienst - gemessen an der Gesamtbevölkerung liegt sie damit deutlich schlechter als die römisch-katholische Kirche in Österreich.

Dafür liegt der Frauenanteil im Klerus (Diakone, Priester und Bischöfe) bei 36 Prozent. Und am 25. März wird zum ersten Mal eine Frau in das höchste geistliche Amt eingeführt: Sarah Mullaly ist die erste Erzbischöfin von Canterbury. An der Spitze der Kirche steht seit dem Tod von Queen Elizabeth II. wieder ein Mann - König Charles III. als "supreme governor of the Church of England". Die Zulassung von Frauen zum Weiheamt ist aber in England selbst und mehr noch in der weltweiten anglikanischen Gemeinschaft nicht unumstritten. Und die unterschiedliche Sichtweise von Homosexualität (bis hin zu bekennend homosexuellen Bischöfinnen und Bischöfen in einigen Teilen der Kirche) droht die "Anglican Communion" überhaupt zu spalten.

Vor 400 Jahren hat die Trennung vom Papst dem König kein eheliches Glück gebracht. Die Ehe mit Anne Boleyn brachte wiederum "nur" eine Tochter hervor - die spätere Königin Elisabeth I. Schon drei Jahre später ließ sich Heinrich wieder scheiden, um die dritte seiner sechs Ehefrauen, Jane Seymour, heiraten zu können. Anne wurde am 19. Mai 1536 enthauptet. Eine Sendung im Vorfeld des 100. Geburtstags von Queen Elizabeth II.

Sendereihe

Gestaltung

  • Markus Veinfurter