Spielräume
Österreichisch-ungarische Brückenschläge
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber. Perkussionist András Dés und Pianist David Six legen hörenswerte Aufnahmen beim Budapester Label BMC Records vor
16. April 2026, 17:30
Budapest stand letztes Wochenende politisch im Blickpunkt, auf musikalischer Ebene tut das schon länger das Budapest Music Center im Bezirk Ferencváros, unweit der Szabadság híd (Freiheitsbrücke) gelegen. Gegründet 1996, ist das Budapest Music Center längst zu einer zentralen Institution für zeitgenössische Musik in Ungarn avanciert, sowohl im Hinblick auf komponierte wie auch auf improvisierte Klänge.
Beim hauseigenen Label BMC Records docken aktuell auch in Österreich lebende Musiker an: Der vor einigen Jahren aus Budapest nach Wien übersiedelte Perkussionist András Dés choreografiert im Rahmen von "Decisions We Make", dem zweiten Werk im Quartett mit Trompeter Martin Eberle, Pianist Philipp Nykrin und Gitarrist Kenji Herbert, sorgfältig entwickelte, vielgestaltige und doch dezente Klanglandschaften.
Und der oberösterreichische Pianist David Six hat sich mit dem ungarischen Saxofonisten János Ávéd und dem in Berlin lebenden Schlagzeuger und Vibrafonisten Tilo Weber zusammengetan, um im Trio The Transcendent Triptych in sensibler Interaktion Klänge auszutauschen. Beide Formationen traten im März 2026 beim dritten Festival Jazzdor Strasbourg-Budapest auf, das auch die engen Kontakte des Budapest Music Center zur französischen Jazzszene zelebriert und dessen Reputation als Gravitationspunkt des europäischen Jazz gefestigt hat.
