Zerstörtes Glas, dahinter Blick auf zwei Frauen im Sudan

APA-IMAGES/AFP/KHALED DESOUKI

Journal-Panorama

Sudan: Völkermord vor aller Augen

In dem Bürgerkrieg in Nordost-Afrika wurden und werden unbeschreibliche Gräueltaten verübt.

Dieser Tage jährt sich der Beginn des Krieges im Sudan zum dritten Mal. Dieser Konflikt ist laut UNO eine der schlimmsten humanitären Katastrophen der Welt: Mehr als 12 Millionen Menschen wurden innerhalb des Landes vertrieben, weit mehr als vier Millionen flohen in die Nachbarländer. Fast ein Drittel der verbliebenen Bevölkerung leidet an Hunger und ist auf Lebensmittellieferungen angewiesen. Weiterhin werden täglich ganze Dörfer und Städte aus der Luft bombardiert, vor allem mit Drohnen. Gezielt werden auch Krankenhäuser ins Visier genommen.

Ende Oktober 2025 fand ein regelrechtes Massaker an der Zivilbevölkerung statt: Die Miliz RSF nahm Al-Faschir, die Hauptstadt der Region ein und metzelte in nur drei Tagen bis zu 70.000 Menschen nieder. Bis heute ist das Ausmaß der Verbrechen einer breiten Öffentlichkeit nicht bekannt; die Aufarbeitung der brutalen Geschehnisse und die internationalen Ermittlungen haben gerade erst begonnen. Klar ist bereits: Die Übergriffe trugen Merkmale eines Völkermordes und sind die größten Kriegsverbrechen seit dem Genozid 1994 in Ruanda.

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  • Simone Schlindwein