Ein Modell eines Dodo's

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Vom Leben der Natur

Sie laufen, klettern und tauchen - aber sie fliegen nicht

Die Zoologin Caroline Reinwald spricht über flugunfähige Vögel, die inzwischen ausgestorben sind.

Vögel müssen nicht immer fliegen. Zahlreiche Arten leben auch am Boden oder am Wasser. Das bringt Vorteile. Denn Fliegen ist energieintensiv, die Tiere benötigen eine ausgeprägte Flugmuskulatur und müssen deshalb viel Nahrung aufnehmen. "Es ist nicht so, dass das Aufgeben der Flugfähigkeit ein Verlust ist und die Vögel angreifbarer macht, sondern es ist eine Form der Spezialisierung", sagt die Zoologin Caroline Reinwald vom Tiergarten Schönbrunn. Insbesondere wenn Fressfeinde fehlen und ausreichend Nahrung vorhanden ist, können Vögel im Laufe der Evolution ihre Flugfähigkeit zurückbilden und schließlich aufgeben.

Flugunfähige Vögel leben auf allen Kontinenten, viele Arten auf Inseln. Sie haben unterschiedliche Überlebensstrategien entwickelt. So kamen Laufvögel, wie Strauße in Afrika, Emus in Australien und Nandoos in Südamerika zu stattlichen Körpergrößen. Durch ihre ausgeprägten Beine erreichen sie zum Teil enorme Geschwindigkeiten.

Einen kleinen Vertreter der Laufvögel stellt der nachtaktive Kiwi dar, der im Unterholz lebt. Der Kakapo ist der einzige flugunfähige Papagei. Kakapos leben wie Kiwis auf Neuseeland beziehungsweise auf vorgelagerten Inseln und zählen zu den stark bedrohten Arten.

Die bekanntesten flugunfähigen Seevögel sind die Pinguine. Bei ihnen entwickelten sich aus den ursprünglichen Flügeln Paddel. Auch die Pinguine sind in ihrem Lebensraum, vor allem durch den Klimawandel, zunehmend bedroht.

Service

GesprächspartnerIn:
Caroline Reinwald M.Sc, Zoologin und Wissenschaftskommunikation
im Tiergarten Schönbrunn

Niklas Hörper, Revierleiter und Tierpfleger im Tiergarten Schönbrunn

Tiergarten Schönbrunn

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Sendereihe

Gestaltung

  • Rosemarie Burgstaller