Frank Strobel

THOMAS RABSCH

Das Ö1 Konzert

Der Sound der Nibelungen anno 1924

ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Dirigent: Frank Strobel. Musik zu Fritz Langs Nibelungen-Verfilmungen "Siegfried" und "Kriemhilds Rache" aus dem Jahr 1924, komponiert von Gottfried Huppertz (aufgenommen am 14. und 15. Februar im Großen Konzerthaussaal Wien)

An zwei Abenden Mitte Februar war das ORF Radio-Symphonieorchester in besonderer Rolle im Wiener Konzerthaus zu erleben: Als begleitendes Live-Orchester zu den 1924 entstandenen monumentalen Nibelungen-Verfilmungen "Siegfried" und "Kriemhilds Rache" von Fritz Lang und Thea von Harbou. Am Pult steht Dirigent und Arrangeur Frank Strobel.

Die Nibelungen - welch archetypische und abenteuerliche Geschichte, bei der es auch einige Missverständnisse auszuräumen gilt. Zunächst: Mit Richard Wagner hat diese Nibelungen-Musik Nichts zu tun. Es war der Komponist Gottfried Huppertz, der zu Beginn der 1920er Jahre als junger Mann die Aufgabe übernahm, den größten Stummfilm seiner Tage mit Musik zu versorgen. Während die Wagnerschen Walküren und Wotane aus dem Götterhimmel heraus agieren und schlussendlich eine "Götterdämmerung" erleben müssen, gibt es im originalen Nibelungenlied gar keine Götter. Der anonym gebliebene Dichter lässt keinen Zweifel: Es mag ihn vielleicht geben, einen Gott, aber handlungstechnisch erwähnenswert ist er - oder sind sie - nicht. Man liebt, man kämpft, und man stirbt letztendlich als Mensch.

Sendereihe

Gestaltung

  • Christian Scheib

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