Radiokolleg
12 Punkte - Der Eurovision Song Contest (1)
Sieben Länder, ein Wettbewerb
4. Mai 2026, 09:45
Der Eurovision Song Contest (ESC) hat als technisches Experiment des frühen Fernsehens begonnen. Das war 1956. Ein Blick in die Geschichte des Wettbewerbs zeigt, es geht um mehr als um Musik und Unterhaltung.
Als der Eurovision Song Contest 1956 zum ersten Mal ausgestrahlt wird, denkt noch niemand an ein Popereignis. Der Wettbewerb ist zunächst ein Experiment des frühen Fernsehens. Europa beginnt sich nach dem Zweiten Weltkrieg neu zu organisieren - politisch, wirtschaftlich und kulturell. Auch die Medien suchen nach Wegen der Zusammenarbeit. 1950 schließen sich europäische Rundfunkanstalten zur European Broadcasting Union, der EBU, zusammen. Das Ziel: Programme auszutauschen und internationale Liveübertragungen möglich zu machen - über das sogenannte Eurovision-Netz. In diesem Umfeld entsteht Mitte der 1950er-Jahre das Vorhaben eines gemeinsamen Musikwettbewerbs. Angeregt wird die Idee, so heißt es, vom Schweizer Rundfunkdirektor Marcel Bezençon. Nationale Musikproduktionen sollen wie bei einem Festival auf einer gemeinsamen Bühne zusammenkommen. Der erste Songcontest findet am 24. Mai 1956 im schweizerischen Lugano statt. Sieben Länder nehmen zunächst teil. Jedes bringt zwei Lieder mit. Chanson, Schlager und Orchesterklang prägen die Beiträge. Der Erfolg des Wettbewerbs überrascht und motiviert. Schon wenige Jahre später wächst diese Euro-Vision über die Anfänge hinaus und wird zu einem Fixum im europäischen Eventkalender.
Gestaltung: Barbara Volfing
Service
Sendereihe
Gestaltung
- Barbara Volfing
