Radiogeschichten
Von der Schönheit des Halbdunkels
"Lob des Schattens" von Tanizaki Jun´ichiro. Aus dem Japanischen von Eduard Klopfenstein. Es liest Daniel Jesch.
5. Mai 2026, 11:05
"Eine Lackmalerei in Gold soll nicht an einem hellen Ort mit einem Blick als Gesamtheit überschaut werden, sondern sie ist so beschaffen, dass man an einem dunklen Ort von Zeit zu Zeit den einen und dann wieder den andern Teil tiefgründig aufleuchten sieht", schreibt der 1886 in Tokio geborene Romancier Tanizaki Jun'ichiro in seinem berühmten Essay "Lob des Schattens". An der Wende zur Moderne mit ihren für die japanische Kultur dramatischen Umwälzungen, betrachtet der einflussreiche Schriftsteller die Auswirkungen der Elektrifizierung auf die Jahrtausende alten subtilen Schönheitsvorstellungen des Inselreiches und erschafft damit eine Art ästhetisches Testament des alten Japans.
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Tanizaki Jun'ichiro, Lob des Schattens. Aus dem Japanischen von Eduard Klopfenstein. Manesse Verlag/Penguin Randomhouse, München 2010.
