Radiokolleg
12 Punkte - Der Eurovision Song Contest (3)
Europa wächst zusammen
6. Mai 2026, 09:45
Nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 und dem politischen Umbruch in Europa verändert sich auch der Eurovision Song Contest. Neue Staaten entstehen - und viele wollen am Wettbewerb teilnehmen. Besonders Länder aus Mittel- und Osteuropa treten dem Format bei und erweitern den geografischen Rahmen deutlich. Damit wächst auch die organisatorische Herausforderung. 2004 führt die European Broadcasting Union erstmals ein Halbfinale ein, um die steigende Zahl der Beiträge zu bewältigen. Vier Jahre später gibt es zwei Vorrunden vor dem Finale. Auch das Abstimmungssystem verändert sich. Lange entscheiden ausschließlich Jurys über die Sieger. Ende der 1990er-Jahre kommt das sogenannte Televoting hinzu. Nun stimmen auch Zuschauerinnen und Zuschauer per Telefon oder SMS ab. Der ESC wird damit interaktiver. Musikalisch rückt internationale Popmusik stärker in den Mittelpunkt. Englisch entwickelt sich zur wichtigsten Wettbewerbssprache, auch wenn viele Länder bewusst ihre eigenen Sprachen einsetzen. Der Eurovision Song Contest wird damit interaktiver und zugleich ein Symbol für ein Europa, das nach dem Ende des Kalten Krieges kulturell enger zusammenrückt: für ein Projekt europäischer Integration, das Menschen über nationale Grenzen hinweg durch Musik und Medien verbindet.
Gestaltung: Barbara Volfing
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- Barbara Volfing
