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Punkt eins
Besser als Technik: Spürnasen im Polizeidienst
Was Polizeihunde können und warum die Mensch-Tier-Beziehung der Schlüssel dafür ist. Gast: Günther Rosskopf, Chefinspektor, Ausbildungsleiter der Polizeidiensthundeeinheit Wien, bundesweit für die Ausbildung der Sprengstoffspürhunde verantwortlich. Moderation: Barbara Zeithammer. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at
6. Mai 2026, 13:00
Sprengstoff, Schimmel, Methan: Dank KI schreitet die Entwicklung elektronischer Nasen aktuell zügig voran. Doch was der Hund kann, können die E-Nasen noch lange nicht, weshalb vor allem Polizeidiensthunde unersetzliche Spezialisten sind - aus vielen Gründen. Nicht zuletzt gilt, wie es in "Kommissar Rex" heißt: "Das ist doch kein Hund, das ist mein Kollege."
So wie Chefinspektor Günther Rosskopf, und sein Rio, ein fünf Jahre alter sogenannter X-Herder, eine Mischung aus Holländischem und Belgischem Schäferhund, mit dem er Tag und Nacht zusammen ist. Seit 2006 ist Günther Rosskopf Polizeidiensthundeführer; er ist Ausbildungsleiter der Polizeidiensthundeeinheit Wien und bundesweit für die Ausbildung der Sprengstoffspürhunde verantwortlich.
Bereits seit dem Jahr 1908 stehen Hunde im Dienste der heimischen Polizei; das österreichische Polizeidiensthundewesen genießt international hohes Ansehen. Seit 1994 der Deutsche Schäferhund "Kommissar Rex" seinen ersten Einsatz auf den TV-Bildschirmen hatte - gegenwärtig feiert er sein Comeback - ist das öffentliche Interesse an den Schnüfflern auf vier Pfoten stark gestiegen, Vorführungen der Polizeidiensthundeeinheiten sind sehr gefragt und geht ein Diensthund auf Streife, gehört die Frage: "Darf ich den streicheln?" häufig dazu.
Bei der österreichischen Polizeidiensthundeeinheit gibt es derzeit circa 350 Hunde, die mit ihren Polizeidiensthundeführer:innen 24/7 einsatzbereit sind: im Rahmen des "Großen und Kleinen Sicherheitspolizeilichen Ordnungsdienstes" bei Fußballspielen, Demonstrationen oder Großveranstaltungen und als gefragte Spezialisten bei kriminalpolizeilichen Untersuchungen, bei der Suche nach abgängigen Personen, Gegenständen, Suchtmitteln, Sprengstoff.
Das Sicherheitskonzept von Großveranstaltungen wie dem Eurovision Song Contest in der Wiener Stadthalle wäre ohne die Sondereinheit kaum umsetzbar: Die Polizeidiensthunde haben die Halle in wenigen Stunden systematisch durchsucht.
In etwa die Hälfte der 350 Tiere hat mit ihren Diensthundeführer:innen nach dem Grundausbildungslehrgang eine Spezialisierung absolviert und wurde für die Suche nach Spezialfährten, Bargeld und Dokumenten oder als Leichen- und Blutspurenspürhunde ausgebildet. Ob Brandmittel, Sprengstoff oder Datenträger - der Einsatz der Polizeidiensthunde hat mehrere entscheidende Vorteile. Was macht die Tiere unverzichtbar und was können ihre Nasen, was selbst für Hunde herausragend ist?
Wie funktioniert das Training - mit gefährlichen Substanzen wie Sprengstoff? Was sind die Stationen auf dem Weg vom Welpen zum zertifizierten Diensthund und welche Fähigkeiten brauchen die Tiere für die Anforderungen im Einsatz? Werden Suchmittelspürhunde süchtig? "Kommissar Rex" ist immer ohne Maulkorb und Leine im Einsatz und fletscht furchterregend die Zähne, wenn er einen mutmaßlichen Verbrecher stellt - wie ist das im echten Einsatz? Und was passiert nach Dienstschluss?
Im Gegensatz zur Dienstwaffe kann der Hund nach "Gebrauch" nicht im Waffenschrank eingesperrt werden. Für Diensthunde der Exekutive gilt die Heimhaltung, heißt es nüchtern, mit der Folge, dass der Hund ein echtes Familienmitglied ist, mit dem Herrl oder Frauerl mehr Zeit verbringen als mit irgendeinem anderen Lebewesen. Doch der Hund "gehört" dem Diensthundeführer nicht, er steht im Eigentum des Innenministeriums. Was passiert, wenn er in Pension geht?
Was der Hund leisten kann und was nicht, welche besondere Partnerschaft zwischen Mensch und Tier besteht, wie viel Arbeit hinter den außergewöhnlichen Leistungen steckt und was es heißt, wenn Günther Rosskopf sagt, dass er seinen Rio "lesen" kann - das und mehr können Sie in dieser Ausgabe von Punkt eins erfahren und selbst erfragen. Rufen Sie in der Sendung an unter 0800 22 69 79 oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at
Service
Die Polizeidiensthundeeinheit Wien zeigt ihr Können regelmäßig bei Veranstaltungen. Wiener Ferienspiel 2026
Kommissar Rex ermittelt wieder!
Die nächsten Folgen im Fernsehen auf ORF 1:
Montag, 11. Mai, 20:15 Uhr, ORF 1: Kommissar Rex: Rex Undercover
Montag, 18. Mai, 20:15 Uhr, ORF 1: Kommissar Rex: Der Rosenkavalier
Die neuen Folgen von "Kommissar Rex" stehen auch
auf ORF ON zum Streamen bereit: Die erste Episode ist bereits 24 Stunden vor der TV-Ausstrahlung, ab 12. April 2026 um 20.15 Uhr, verfügbar. Die weiteren Filme sind jeweils sieben Tage vor der Ausstrahlung in ORF 1 auf ORF ON abrufbar.
"Kommissar Rex" ist eine Produktion von MR-Film in Koproduktion mit ORF und SAT. 1 im Weltvertrieb der Beta Film, gefördert von FISA+, Fernsehfonds Austria, Filmfonds Wien und Land Niederösterreich.
Sendungshinweis: Ö1 Moment, Dienstag, 5. Mai, 15:30 zum Thema: Assistenzhund im Einsatz. Über die Rechte besonderer Tiere. Gestaltung: Elisa Mattersberger, Sandra Knopp
Sendereihe
Gestaltung
- Barbara Zeithammer
Playlist
Untertitel: Gerd Schuller / Kathy Sampson
Titel: A Good Friend (Rex)
Ausführende: Kathy Sampson
Label: Intercord
Untertitel: Arthur "Blind" Blake
Titel: Police Dog Blues
Ausführende: Ry Cooder
Label: Reprise Records
Untertitel: Bill Frisell
Titel: Good Dog, Happy Man
Ausführende: Bill Frisell
Label: Elektra Nonesuch
