Ingeborg-Bachmann-Preis-Skulptur

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Der Bachmann-Preis-Siegertext

Gewinnertext Bachmannpreis 2026

"Was wir tragen" heißt der Text mit dem Lena Schätte den Bachmann-Preis gewonnen hat. Es könnte auch heißen, was wir ertragen, was wir mit uns tragen. Zwei Mädchen sind dick. Sie werden gehänselt, lernen sich zu wehren und sind bald unzertrennlich. Die große Qualität dieses Textes besteht darin, dass niemand hier ein so genannter guter Mensch ist. Die Mädchen nicht, die Eltern nicht, niemand. Das eine Mädchen wirft den Schmuck ihrer Mutter in den Müll. Die Mutter schlägt ihre Tochter, weil sie zu dick ist und sie selbst ein Leben lang an einer Essstörung leidet. Ein Kreislauf der Gewalt, der auch über das Essen ausgetragen wird. Dieser Text ist wunderbar lakonisch. So ist die Situation, so überleben wir sie irgendwie und Punkt. Die Dinge werden ohne Rücksicht auf Verluste beim Namen genannt. Kein Weichzeichner nirgends. Dieser Text ist absolut radikal und voller Gewalt gegen andere und gegen sich. Wird man bedroht, schlägt man dem Gegenüber aufs Ohr und kann so davonrennen. Was kann ich meinem Körper antun, damit ich endlich wie andere Mädchen aussehe? Lena Schätte zeigt die Bereiche der Gesellschaft, die tabu sind, über die nicht geredet wird. Jetzt bekommt das Mädchen eine Stimme. Und Diese Stimme ist laut, wütend, traurig und sehnsüchtig zugleich. Auf Mitleid kann sie verzichten.

Sendereihe

Gestaltung

  • Michaela Monschein

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