Quantenteleskop, Hafelekar, Mock-Up

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Punkt eins

Neues Innsbrucker Quantenteleskop: Fang das Licht!

Die quantenoptische Bodenstation Marietta Blau - eine außergewöhnliche Forschungsinfrastruktur und ein Baustein des Quanteninternets. Gast: Univ. Prof. Dr. Gregor Weihs, Quantenphysiker, Universitätsprofessor für Photonik am Institut für Experimentalphysik der Universität Innsbruck, Vizerektor für Forschung ebendort und Forschungsdirektor des Exzellenzclusters Quantum Science Austria. Moderation: Barbara Zeithammer. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at

Es ist einer der Höhepunkte des heimischen Wissenschaftsjahres und ein Meilenstein für Österreichs Quantenforschung: das Quantenteleskop Marietta Blau in 2.280 m Höhe auf dem Hafelekar über Innsbruck. Die quantenoptische Bodenstation Marietta Blau arbeitet bereits und wird am Montag feierlich eröffnet.

Live auf dem Hafelekar erläutert der Quantenphysiker Gregor Weihs, welche bahnbrechenden Experimente das Quantenteleskop ermöglichen wird, wie es funktioniert und warum es eine zentrale Rolle im großen EU-Projekt Europäische Quantenkommunikationsinfrastruktur (EuroQCI) spielt.

"Das Quantenteleskop soll dazu dienen, quantenverschlüsselte - also absolut abhörsichere - Informationen mit anderen Stationen auf der Welt auszutauschen", sagt Gregor Weihs, Vizerektor für Forschung an der Universität Innsbruck und Leiter des Exzellenzclusters Quantum Science Austria. Die Basis der Verschlüsselung sind die gerne als rätselhaft beschrieben Eigenschaften der Quantenwelt wie die Verschränkung oder die so genannte Superposition.

Das Quantenteleskop wurde am 20. August 2025 auf dem Berg errichtet und verfügt über ein Spiegelteleskop, wie es auch zur Beobachtung von Himmelskörpern verwendet wird. Als quantenoptische Bodenstation wird es zum Senden und Empfangen einzelner Lichtteilchen (Photonen) von und zu Satelliten eingesetzt. Die Innsbrucker Quantenphysik, eines der weltweit führenden Forschungszentren im Bereich Quanteninformation, kann sich über die quantenoptische Bodenstation Marietta Blau mittels satellitengestützter Quantenkommunikation mit anderen Zentren weltweit verbinden; das ist ein Schritt auf dem Weg zu einem Quanteninternet.

Vergleichbare Bodenstationen gibt es unter anderem in Wien und Graz, auch in Chile und Teneriffa - doch der Standort auf dem Hafelekar hat ein Alleinstellungsmerkmal: hoch über dem Inntal und gleichzeitig sehr nah an den renommierten Forschungseinrichtungen der Universität, über Glasfaserkabel mit den Quantenoptik-Laboren verbunden.

Was meint der Begriff Quanteninformation? Was sind Quantenschnittstellen und wer wird ein Quanteninternet nutzen? Gregor Weihs, Professor für Photonik am Institut für Experimentalphysik der Uni Innsbruck, forscht selbst im Bereich der experimentellen Quantenphysik des Lichts und der Halbleiter, wo es um Anwendungen in der Quanteninformationsverarbeitung und um Grundlagen der Quantenmechanik geht. Ihm ist beispielsweise die Verschränkung von drei Lichtteilchen gelungen und eine erste Demonstration von Quantenkryptographie mit verschränkten Photonen.

Auf dem wissenschaftsgeschichtlich bedeutenden Hafelekar, bei Wind und Wetter direkt aus der ehemaligen Messstation des Nobelpreisträgers Victor Franz Hess, spricht Gregor Weihs über Lichtteilchen zwischen Erde und All, die namensgebende Physikerin Marietta Blau, die faszinierende Welt der Quanten und die Quantenkommunikation - und wie immer sind unsere Hörerinnen und Hörer eingeladen, sich an der Sendung zu beteiligen: telefonisch unter 0800 22 69 79, per E-Mail an punkteins(at)orf.at und gerne auch als "Zaungast" auf dem Hafelekar.

Service

Quantenoptische Bodenstation Marietta Blau
Victor-Franz-Hess-Messstation
Quantum Science Austria

Sendereihe

Gestaltung

  • Barbara Zeithammer