SUHRKAMP VERLAG
Radiogeschichten
Verlorene Geschwister
"Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht" von Josef Winkler
20. Mai 2026, 11:05
In seinem jüngsten Roman setzt Josef Winkler seiner an Schizophrenie erkrankten Schwester ein Denkmal. Sie war fünf Jahr älter als der Schriftsteller und ist mittlerweile verstorben. Während der gemeinsamen Kindheit auf dem Bauernhof in Kärnten kümmert sie sich um den rebellischen Bruder. Für eine Ausbildung zur Konditorin verlässt sie das Dorf, arbeitet jahrelang in den verschiedensten Hotels, kehrt nach Ausbruch ihrer seelischen Erkrankung und nach dem ersten Selbstmordversuch in ihr Elternhaus in Kamering im Drautal zurück, wo auch Josef, der verlorene Sohn, nach dem Skandal um sein erstes Buch Zuflucht sucht.
Josef Winkler, geboren 1953 in Kärnten, lebt in Klagenfurt. 1973 bis 1979 arbeitete er in der Verwaltung der Klagenfurter Uni. 1979 gewann er mit seinem Roman "Menschenkind" den zweiten Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb; zusammen mit den Folgeromanen "Der Ackermann aus Kärnten" und "Muttersprache" bildet dieser Roman die Trilogie "Das wilde Kärnten". 2008 erhält er den Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.
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Aus: Josef Winkler, "Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht". Suhrkamp Verlag, 2026
