"Lux"-Albumpräsentation von Rosalia in Callao

AP/CARLOS LUJAN

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Rosalía: Pop-Visionärin und Grenzgängerin (4)

"LUX" - Pop zwischen katholischer Ästhetik und Barockmusik

Nach Motomami lässt Rosalía drei Jahre auf sich warten. Was im November 2025 kommt, ist klanglich, visuell und inhaltlich das Gegenteil von "Motomami": Rosalía hat den Motorradhelm gegen einen Nonnenschleier eingetauscht und zeigt sich ganz in Weiß auf dem Cover ihres vierten Albums "LUX". Das Londoner Symphonieorchester ersetzt die Motorengeräusche, Rosalía versucht sich an einer Arie und singt in 14 unterschiedlichen Sprachen von Spiritualität und Glaube - Themen, die in ihrer Musik seit Anfang an immer wieder zur Sprache gekommen sind. Begriffe wie "freiwilliges Zölibat" geistern während der Promophase durch die Sozialen Medien, der virale Ästhetik-Trend #nuncore, in dem katholische Bildsprache auf Popkultur trifft, gewinnt an Klicks.
Rosalía selbst beschreibt das Album als Versuch, etwas zutiefst menschliches zu schaffen - im Widerstand zu zunehmender künstlicher Intelligenz und schnellem, kurzfristigen Konsum. Dennoch bleibt "LUX" Pop - und unter der heilig anmutenden Oberfläche schlummert nach wie vor Leidenschaft und Weltlichkeit. Das Album wird gefeiert, polarisiert jedoch auch: Lässt sich Rosalía vom in Spanien aufstrebenden Katholizismus instrumentalisieren? Hat sie den lateinamerikanischen Einfluss wie ein Kostüm wieder abgelegt und gegen elitäre, eurozentristische "Hochkultur" eingetauscht? Ein Blick auf die Auswirkungen von Rosalías neuem Sound auf die Kunst- und Kulturwelt, aber auch auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen.

Gestaltung: Melissa Erhardt und Siri Malmborg

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