Memo - Ideen, Mythen, Feste

"Wo Gott wohnt"

Eine kleine Geschichte des Tabernakels

Meist sind sie aus kostbarem Material und besonders kunstvoll gestaltet - jene kleinen Kästchen in der Kirche, in denen nach dem Gottesdienst die konsekrierten Hostien aufbewahrt werden: Am römisch-katholischen "Hochfest des Leibes und Blutes Christi" (wie Fronleichnam offiziell mit vollem Namen heißt) lädt die Reihe "Memo" zu einem Streifzug durch die theologische und kunsthistorische Entwicklung des "Tabernakels" ein.

In einer katholischen Kirche muss es einen Tabernakel geben, so lautet die Vorschrift, und ein rotes Licht (davor oder darüber) signalisiert die Anwesenheit des "Allerheiligsten", wie es im katholischen Sprachgebrauch heißt. Für viele gläubige Menschen ist er ein bevorzugter Ort des Gebets - und vor dem Tabernakel ist eigentlich als Zeichen des Respekts eine Kniebeuge erforderlich: Hat Gott also gleichsam einen "Wohnsitz" auf Erden?

Zu Fronleichnam wird der "Leib Christi" sogar feierlich durch die Straßen getragen: So weit geht im römisch-katholischen Bereich der christliche Glaube an die "reale Präsenz" Gottes in Brot und Wein am Altar. Dafür werden prachtvolle Zeigegefäße ("Monstranzen") verwendet.

In den evangelischen Kirchen gibt es keine Tabernakel. In orthodoxen Kirchen gibt es zwar ein entsprechendes Behältnis, allerdings dient es dort ausschließlich als Aufbewahrungsort für die Krankenkommunion. Brot und Wein aus dem Gottesdienst müssen immer vollständig konsumiert werden.

Sendereihe

Gestaltung

  • Markus Veinfurter