Stimmen hören

Die Oper machte sie zu Wienerinnen

Künstlerisch „eingebürgerte“ Soprane von ehedem

Kann es so weitergehen? Die forcierte „Internationalität“ des Opernbetriebs ist Klimagift, und mitunter auch Gift fürs Niveau. Aber ist das „Ensembletheater“ überhaupt noch möglich, dessen sich die Wiener Staatsoper so lange rühmte, ein fixer „pool“ an ortsfesten Sängerinnen und Sängern also? Wobei dieses Ensemble ja auch in Ensemble-Glanzzeiten keineswegs nur aus „Hiesigen“ bestand, im Gegenteil! Ein Blättern in der Chronik belegt den lebendigen Nachzug aus allen möglichen früheren „K & K“-Regionen (von Maria Jeritza und Maria Nemeth bis Carla Martinis und Sena Jurinac) und darüber hinaus (Maria Cebotari, Ljuba Welitsch). Die „Preussin“ Lotte Lehmann wurde fast heimisch, die Schwäbin Irmgard Seefried ganz und gar. Ehe die gebürtige Triestinerin in Italien Karriere machte, war auch Alda Noni hier verankert. Und später? Während Herbert von Karajan rund um 1960 das Ende des Ensembleprinzips ausrief, stand es bei Ioan Holender (und anfangs Eberhard Waechter) programmatisch hoch im Kurs. Einstweilen: tempi passati!

Sendereihe

Gestaltung

  • Chris Tina Tengel