Stimmen hören
Die Oper machte sie zu Wienerinnen
Künstlerisch eingebürgerte Soprane von ehedem
21. Mai 2026, 14:05
Kann es so weitergehen? Die forcierte Internationalität des Opernbetriebs ist Klimagift, und mitunter auch Gift fürs Niveau. Aber ist das Ensembletheater überhaupt noch möglich, dessen sich die Wiener Staatsoper so lange rühmte, ein fixer pool an ortsfesten Sängerinnen und Sängern also? Wobei dieses Ensemble ja auch in Ensemble-Glanzzeiten keineswegs nur aus Hiesigen bestand, im Gegenteil! Ein Blättern in der Chronik belegt den lebendigen Nachzug aus allen möglichen früheren K & K-Regionen (von Maria Jeritza und Maria Nemeth bis Carla Martinis und Sena Jurinac) und darüber hinaus (Maria Cebotari, Ljuba Welitsch). Die Preussin Lotte Lehmann wurde fast heimisch, die Schwäbin Irmgard Seefried ganz und gar. Ehe die gebürtige Triestinerin in Italien Karriere machte, war auch Alda Noni hier verankert. Und später? Während Herbert von Karajan rund um 1960 das Ende des Ensembleprinzips ausrief, stand es bei Ioan Holender (und anfangs Eberhard Waechter) programmatisch hoch im Kurs. Einstweilen: tempi passati!
Sendereihe
Gestaltung
- Chris Tina Tengel
