Diagonal

Eine Ikone des Jazz. Diagonal zur Person Miles Davis

Miles Davis war einer der einflussreichsten Jazzmusiker und Trompeter der Musikgeschichte. Ein Diagonal anlässlich des 100. Geburtstags.

Er prägte diverse Jazzstile - der wichtigste darunter wohl Cool Jazz - und er war ein Meister der Fusion. Selbst Nichteingeweihte erkennen sein Jahrhundertalbum "Kind of Blue" (1959) nach wenigen Sekunden. Davis setzte damit eines der bedeutendsten Jazzalben überhaupt in die Welt. Er arbeitete und spielte mit John Coltrane und Herbie Hancock. Und er begann ab den 1970er-Jahren mit elektrischen Instrumenten und Rock-Einflüssen zu experimentieren. Miles Davis' Innovationsgeist sollte Generationen von Musikern weit über den Jazz hinaus beeinflussen. Miles Davis war nicht, wie beispielsweise Max Roach, eine explizite Stimme im antirassistischen Kampf, doch definitiv black and proud. Er ließ sich nichts gefallen und stellte, ähnlich wie der Boxer Jack Johnson, dem er auch ein Album widmete, die Insignien des Wohlstandes gerne aus - schnelle Autos, schöne Frauen. Dass er neben seiner musikalischen Genialität auch dunkle Seiten hatte und einmal für sieben Jahre in einer Hölle aus Drogen und sexuellem Innuendo verschwand, steht auf einem anderen Blatt, darf aber nicht verschwiegen werden. Die komplexe, kontroversielle Figur Miles Davis ist nur in einer Mischung aus Höhen und Tiefen, aus Exzess und fokussierter kreativer Energie vollständig zu begreifen.

Eine Sendung von Peter Waldenberger und Thomas Mießgang.

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