ORF/URSULA HUMMEL-BERGER
Lebenskunst - Begegnungen am Sonntagmorgen
Paul Gerhardt, Antoni Gaudí und Buddha
Es war ihnen alles gemeinsam - Aspekte der Bibel +++ Aus dem Leben geschrieben - Gedanken zu Paul Gerhardt +++ Fast ein Heiliger - Zum 100. Todestag des Architekten und Künstlers Antoni Gaudí +++ Iconic - Bildercodes der Religionen: Buddhismus
7. Juni 2026, 07:05
Es war ihnen alles gemeinsam - Aspekte der Bibel
(Apostelgeschichte 4, 32-37)
Von der Gütergemeinschaft der christlichen Urgemeinde erzählt ein Text aus der "Apostelgeschichte" im Neuen Testament der Bibel, der für evangelische Gottesdienste am 7. Juni vorgesehen ist. Doch wie real war diese Liebesgemeinschaft von wirtschaftlich Gleichgestellten, fragt der evangelische Theologe und Pfarrer an der Lutherischen Stadtkirche in Wien, Johannes Modeß. Er versteht den Text als Utopie, als Idealbild - und wünscht sich: So wie es nie war, so soll es endlich werden.
Aus dem Leben geschrieben - Gedanken zu Paul Gerhardt
Nicht nur für Johannes Modeß ist Paul Gerhardt "der bekannteste und wirkmächtigste evangelische Kirchenlieddichter bis heute", ein Dichter, auch über den Raum der Kirche hinaus. Geboren wurde der evangelisch-lutherische Theologe und Pfarrer 1607 in Gräfenhainichen (Sachsen-Anhalt), gestorben ist er vor 350 Jahren, am 6. Juni 1676, in Lübben (Brandenburg). Dass der Theologe aus dem 17. Jahrhundert dem Theologen aus dem 21. Jahrhundert, dass Paul Gerhardt Johannes Modeß so viel bedeutet, liegt auch daran, dass der Dichter aus dem Leben geschrieben hat: "Aus dem Leben der Natur. Aus dem Leben, mit den Begegnungen, die es mit sich bringt. Aus dem Leben in einer gar nicht so heilen Welt, die aber wundersamerweise schon eine Weile hält und auch ganz sicher noch eine Weile."
Fast ein Heiliger - Zum 100. Todestag des Architekten und Künstlers Antoni Gaudí
Er hat das Stadtbild Barcelonas, der zweitgrößten Stadt Spaniens und Hauptstadt der Region Katalonien, geprägt wie kaum ein zweiter: Am 10. Juni 2026 ist der 100. Todestag des Architekten und herausragenden Vertreters der katalanischen Modernismus-Bewegung Antoni Gaudí (1852-1926). Noch unter Papst Franziskus hat die katholische Kirche den ersten Schritt unternommen, um den katalanischen Architekten und Künstler als Vorbildfigur anzuerkennen. Franziskus unterzeichnete ein Dekret, das dem Schöpfer der Basilika der "Sagrada Familia" in Barcelona "heroische Tugenden" bescheinigt. Vorangegangen war ein fast zwanzigjähriges Verfahren, in dem die Aussagen von Zeitzeugen und Zeitzeuginnen sowie Dokumente gesichtet wurden, damit sich eine Expertenkommission eine Meinung über das Leben Gaudís bilden konnte. Das Verfahren ist inzwischen in die letzte Phase eingetreten: Jetzt bedarf es noch eines anerkannten Wunders, das Gaudí zugeschrieben wird. Am 10. Juni wird Papst Leo XIV. in der Basilika der "Sagrada Familia" in Barcelona den eben fertiggestellten 172,5 Meter hohen Christusturm einweihen. Josef Manola berichtet.
Iconic - Bildercodes der Religionen: Buddhismus
Religion und Kunst sind oft miteinander verwoben. Wenn man an Religion denkt, entstehen vor dem inneren Auge häufig künstlerische Darstellungen: Bilder und Skulpturen des gekreuzigten Jesus, Buddha-Statuen in meditativer Haltung, ornamentale Muster an Moscheen, farbenprächtige Hindu-Mandalas. Lebenskunst geht zum Beginn der losen Reihe "Iconic" der Frage nach, ob es sich bei den Buddhafiguren im Gartencenter nur um Lifestyle-Objekte handelt oder ob sie auch immer noch eine religiöse Bedeutung haben. Wer ist dieser Buddha, und was bedeuten die einzelnen Darstellungsformen? Lukas Wagner hat recherchiert (seinen Beitrag präsentiert Andreas Mittendorfer).
Sendereihe
Gestaltung
- Doris Appel
- Martin Gross
