Catherine Russell

RUSSELL

Spielräume

Der "Hot Club of New York"

Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa. Ein Paradies für alle, die klassischen Jazz auf 78er-Platten lieben, und das neue Live-Album der Jazzsängerin Catherine Russell, das sie diesem Club gewidmet hat

Fast zu schön, um wahr zu sein, der "Hot Club of New York" existiert wirklich und ist höchst lebendig. Jeden Montag treffen sich dort - in der 20sten Straße im Flatiron Bezirk in Manhattan - Menschen, die das gleiche Faible für klassischen Jazz verbindet, um gemeinsam Platten zu hören. Hier dreht sich alles, was sich dreht, 78-mal pro Minute: Originalaufnahmen auf Originalplatten auf originalen Abspielgeräten. Selbst die Lautsprecher sind original.

Selbstverständlich ist auch das Mobiliar stilecht und mit den 30 Sitzplätzen ähnelt die Atmosphäre der eines größeren Wohnzimmers der - sagen wir - 40er Jahre. Allerdings kann an den Sessions jeder und jede über Zoom teilnehmen. Zusätzlich gibt es Konzerte, Lectures, Sonderveranstaltungen wie heute Mittwoch beispielsweise, da findet ab 19.30 eine Vinyl Listening Session statt - aus traurigem aktuellen Anlass: Ein Requiem für Sonny Rollins.

Diesem Club hat die mehrfach Grammy nominierte Jazzsängerin Catherine Russell ihr Konzert im Lincoln Center gewidmet, das die Bandleaderin und Kuratorin dort 2024 mit ihrem Oktett gegeben hat. Nun ist das dazugehörige Livealbum erschienen, das erste der mittlerweile 70jährigen Sängerin nach zehn Studioproduktionen. Auch ihr Repertoire geht auf die 20er- bis 40er-Jahre zurück. Es ist die Musik, mit der sie aufgewachsen ist.

Denn ihr Vater war der Swing Pionier Luis Russell, erfolgreicher Bandleader und später Louis Armstrongs musikalischer Leiter, und ihre Mutter war die Sängerin und Instrumentalistin Carline Ray, die u.a. in den 40er-Jahren in der Frauenband "International Sweethearts of Rhythm" wirkte. Wenn Catherine Russell diese alten Nummern interpretiert, wirken sie, als wären sie eben erst komponiert worden. Was auch an ihrer fabelhaften Band liegt, an Musikern wie dem Trompeter Jon-Erik Kellso oder dem Posaunisten John Allred.

Die Mehrzahl der Songs auf dem neuen Album sind unbekannt, denn Russells "Spezialität ist es, ‚Nevergreens' überzeugend aus der Versenkung zu holen.", schreibt das Fachmagazin "Rondo". "So bietet Catherine Russells erstes Live-Album nicht nur großartiges Entertainment, sondern ist ein grandioses Plädoyer dafür, Traditionspflege nicht mit dem immergleichen Abspulen der immergleichen Standards zu verwechseln, sondern den Blick auf die Jazzgeschichte zu weiten, um jene Songs und Größen zu entdecken, die man in keinem Kanon findet."

Service

Hot Club of New York


YouTube Tiny Grimes You're never too old to swing

Sendereihe

Gestaltung

Playlist

Komponist/Komponistin: Benny Goodman
Komponist/Komponistin: Jimmy Mundy
Komponist/Komponistin: Charlie Christian
Album: JAZZ STREET 2
Titel: Air mail special/instr.
Solist/Solistin: Benny Goodman /Klarinette m.Begl.
Ausführende: Benny Goodman
Ausführende: Sextet
Länge: 02:52 min
Label: CBS 4509882

Komponist/Komponistin: Ted Koehler
Komponist/Komponistin: S. Mitchell
Komponist/Komponistin: Sam H. Stept
Gesamttitel: Live at Jazz at Lincoln Center
Titel: Now you're talkin' my language/live
Solist/Solistin: Catherine Russell /Gesang m.Begl.
Ausführender/Ausführende: Ben Paterson /Piano
Ausführender/Ausführende: Matt Munisteri /Gitarre
Ausführender/Ausführende: Russell Hall /Bass
Ausführender/Ausführende: Domo Branch /Drums
Ausführender/Ausführende: Jon-Erik Kellso /Trompete
Ausführender/Ausführende: John Allred /Posaune
Ausführender/Ausführende: Evan Arntzen /Tenorsaxophon
Länge: 02:42 min
Label: Dot Time Records DT9179

Komponist/Komponistin: Lloyd "Tiny" Grimes
Gesamttitel: Live at Jazz at Lincoln Center
Titel: Never too old to swing/live
Solist/Solistin: Catherine Russell /Gesang m.Begl.
Ausführender/Ausführende: Michaela Marino Lerman /Steptanz
Ausführender/Ausführende: Ben Paterson /Piano
Ausführender/Ausführende: Matt Munisteri /Gitarre
Ausführender/Ausführende: Russell Hall /Bass
Ausführender/Ausführende: Domo Branch /Drums
Ausführender/Ausführende: Jon-Erik Kellso /Trompete
Ausführender/Ausführende: John Allred /Posaune
Ausführender/Ausführende: Evan Arntzen /Tenorsaxophon
Länge: 02:52 min
Label: Dot Time Records DT9179

Komponist/Komponistin: Leonard Feather
Gesamttitel: Live at Jazz at Lincoln Center
Titel: Keep your mind on me/live
Solist/Solistin: Catherine Russell /Gesang m.Begl.
Ausführender/Ausführende: Ben Paterson /Piano
Ausführender/Ausführende: Matt Munisteri /Gitarre
Ausführender/Ausführende: Russell Hall /Bass
Ausführender/Ausführende: Domo Branch /Drums
Ausführender/Ausführende: Jon-Erik Kellso /Trompete
Ausführender/Ausführende: John Allred /Posaune
Ausführender/Ausführende: Evan Arntzen /Tenorsaxophon
Länge: 04:48 min
Label: Dot Time Records DT9179

Komponist/Komponistin: Ager
Komponist/Komponistin: Newman
Komponist/Komponistin: Mencher
Gesamttitel: Live at Jazz at Lincoln Center
Titel: You can't pull the wool over my eyes/live
Solist/Solistin: Catherine Russell /Gesang m.Begl.
Ausführender/Ausführende: Ben Paterson /Piano
Ausführender/Ausführende: Matt Munisteri /Gitarre
Ausführender/Ausführende: Russell Hall /Bass
Ausführender/Ausführende: Domo Branch /Drums
Ausführender/Ausführende: Jon-Erik Kellso /Trompete
Ausführender/Ausführende: John Allred /Posaune
Ausführender/Ausführende: Evan Arntzen /Tenorsaxophon
Länge: 03:26 min
Label: Dot Time Records DT9179

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