Radiokolleg

Im Warteraum der EU (1)

Serbien - Studis gegen Vucic

Auf dem Balkan warten sechs Länder seit fast einem Vierteljahrhundert darauf, Teil der Europäischen Union zu werden. Bereits 2003 hatte die EU ihnen versprochen: "Die Zukunft der Balkanstaaten liegt in der Europäischen Union." Würde eine Erweiterung sie in einer Welt stärken, in der Machtpolitik wieder an Bedeutung gewinnt, oder droht sie daran zu zerbrechen, wenn zu viele Staaten mit am Tisch sitzen? Und was denken die Menschen in den Ländern am Westbalkan über die ungewisse Zukunft?
In der zweiten Staffel der Serie reisen wir nach: Serbien, Bosnien-Herzegowina und Albanien. Die letzten drei Länder im Warteraum.


Seitdem in Serbien im November 2024 das Vordach des Bahnhofs in Novi Sad einstürzte und insgesamt 16 Menschen starben, ist nichts mehr, wie es war. Durch das größte Land auf dem Balkan rollt eine Protestbewegung, die für Europa einzigartig ist. Die Menschen fordern von der Regierung des langjährigen Machthabers Aleksandar Vucic Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und öffentliche Kontrolle. All das sind Kriterien, die auch die EU im Beitrittsprozess hochhält. Und doch - bei den Protesten in Serbien sind weit und breit keine EU-Flaggen zu sehen. Die Serb:innen sind von der EU enttäuscht, weil sie Vucic jahrelang gestützt hat. Was erhoffen sich junge Menschen, die sich den Bürgerprotesten angeschlossen haben? Und: Muss Vucic diese Studierenden fürchten? Florian Bieber, Politikwissenschaftler an der Universität Graz, erklärt, was Demokratiebewegungen auf der ganzen Welt von den "Studis" in Serbien lernen können.

Gestaltung: Franziska Tschinderle

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