APA/DPA/FELIX HEYDER
Dimensionen
Der Biber
Nützlicher Nager oder schwimmende Nervensäge?
16. Juni 2026, 19:05
Er ist das größte Nagetier in Österreich, früher ausgerottet und seit 50 Jahren wieder heimisch: der Biber. Etwa 9000 Tiere (Stand 2020/21) leben hierzulande, Tendenz steigend. Für den Naturschutz ist er ein "Klimaheld" (WWF), mit seinen Dämmen staut er Gewässer auf, fördert Feuchtgebiete und Artenvielfalt. Durch seinen Einfluss binden diese Ökosysteme zehnmal mehr Kohlenstoff als vergleichbare biberfreie Gebiete. Für Land- und Wasserwirtschaft, Forst und Fischerei ist der geschützte Biber ein Lästling, der Felder und Wiesen vernässt, Bäume fällt und Sträucher anknabbert. Betroffene Gemeinde fordern Klarheit und Härte gegen den Naturbaumeister, unerwünschte und überzählige Biber sollten vertrieben oder getötet werden. Biberfachleute kritisieren hingegen, dass es in Österreich kein einheitliches Monitoring der Biber gibt. Abschüsse seien aus ihrer Sicht keine nachhaltige Lösung, freie Reviere würden sofort durch neue Tiere besiedelt. Der Naturschutz fordert mehr Platz für den Biber, man sollte den Nagern wenigstens den direkten Uferbereich zusprechen, dort fänden auch die meisten Konflikte statt.
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- Lukas Tremetsberger
