Im Fokus - Religion und Ethik
Francisco Galan
Mit diesem Thema im Fokus: Kämpfer zwischen den Fronten
17. Juni 2026, 16:05
Francisco Galan wurde 1941 im kolumbianischen Dorf Risaralda mit dem bürgerlichen Namen Gerardo Antonio Bermúdez geboren. Der Sohn einer armen Kleinbauernfamilie trat ins Priesterseminar ein und studierte einige Semester Philologie und Literaturwissenschaften. Schon früh engagierte er sich für einen sozialen und politischen Wandel in seiner von extremer Armut und Ungleichheit geprägten Heimat. Als er und einige seiner Gesinnungsgenossen von Paramilitärs gekidnappt und schwerst gefoltert wurden, entschloss er sich zum bewaffneten Kampf in der Guerilla-Gruppe ELN (Ejército de Liberación Nacional). Schnell stieg er zu einem ihrer wichtigsten Kommandeure auf, wurde ELN-Sprecher und in die obersten strategischen Entscheidungen eingebunden.
1988 wurde er verhaftet und zu lebenslanger Haft verurteilt. In der Haft wollte er seinem Leben einen neuen Sinn geben. Er kam zu dem Schluss, dem bewaffneten Kampf den Rücken zu kehren und wurde zu einem Befürworter von Dialogprozessen und Friedensverhandlungen zwischen dem Staat und der Guerilla. Die Regierung ernannte ihn zum "gestor de paz", der einen Waffenstillstand zwischen ELN und dem Staat verhandelte. Francisco Galan ist in Kolumbien politisch Interessierten so bekannt wie Ernesto Che Guevara. Es wurde viel über ihn berichtet, obwohl er bislang Radio-Interviews zu seiner Person abgelehnt hat. Johannes Kaup ist es nach langer Recherche und Vorbereitung gelungen, Galan in Medellín zu treffen und mit ihm ausführlich zu sprechen. Und er hat Freunde und Wegbegleiter Galans getroffen, die in der Konflikt- und Friedensarbeit engagiert sind. Teil 3 einer Reportage über Kolumbien von Johannes Kaup.
